München

Gespräche, Sketche, Führungen

Ein Abend widmet sich dem Zeitzeugen Mietek Pemper, hier beim Dreh zu »Schindlers Liste« mit dem Regisseur Steven Spielberg (l.) Foto: Privatbesitz Familie Pemper

Bunte Sketche auf Jiddisch, Diskussionen mit Buchautoren, schmerzvolle Erinnerung: Abwechslungs­reich wie immer ist auch in diesem Jahr das Frühjahrsprogramm der Kulturabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Thema ist unter anderem der 100. Geburtstag von Mietek Pemper sel. A., den der Regisseur Steven Spielberg mit seinem Film Schindlers Liste weltberühmt machte.

israel Es gibt eine schier endlose Liste von Dingen aus Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Alltag, die es so nur in Israel und nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Der ORF-Korrespondent Ben Segenreich und seine Frau Daniela, seit 30 Jahren in Israel zu Hause, zeichnen in ihrem Buch Unser Leben in Israel (Amalthea 2018) ein vielschichtiges Porträt des kleinen Landes im Nahen Osten: Kenntnisreich, humorvoll und sehr persönlich wird die Wiederentstehung und Selbstbehauptung dieses Staates nach 2000 Jahren Diaspora betrachtet.

Am 12. März um 19 Uhr stellt der Autor im Rahmen der »Woche der Brüderlichkeit« das Buch im IKG-Gemeindezentrum vor. In einer Mischung aus Vortrag, Anekdoten und Lesung spricht er über die vielen widersprüchlichen Seiten des Landes, das ihm ans Herz gewachsen ist.

klassiker Sketche auf Jiddisch frei nach Carol Burnett, Shimon Dzigan & Israel Szumacher und anderen Klassikern des Humors präsentiert das Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde am 22. März um 19 Uhr im Gemeindezentrum am Jakobsplatz. Es treten auf: Dora Harman, Benny Meiteles, Robby Rajber, David Stopnitzer, Daniel Wolf und Hanni Zweifler. Special Guests sind Vivian Kanner (Gesang) und Maxim Shagaev (Akkordeon).

Mietek Pemper wurde durch Steven Spielbergs »Schindlers Liste« weltberühmt.

Die Geschichte einer beispiellosen Rettungsaktion – wie es zu Schindlers Liste kam: Zum 100. Geburtstag von Mietek Pemper sel. A. stellen dessen Nichte Regina und die Historikerin Viktoria Hertling das unter diesem Titel erschienene Buch vor und sprechen über den einstigen Zeitzeugen und sein außergewöhnliches Gedächtnis. Er hatte wesentlichen Anteil an der Rettung von mehr als 1000 Juden. Steven Spielberg setzte Mietek Pemper mit seinem Spielfilm Schindlers Liste ein Denkmal. Für seine Zeitzeugenschaft erhielt Mietek Pemper zahlreiche Ehrungen. Er starb 2011 in Augsburg.

Die Buchpräsentation und ein Gespräch finden im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 24. März um 19 Uhr im NS-Dokumentationszentrum statt. Die Moderation des Abends übernimmt Ellen Presser, Leiterin der IKG-Kulturabteilung.

architektur Eine Führung durch die Hauptsynagoge Ohel Jakob mit IKG-Vorstandsmitglied Marian Offman steht am 29. März um 14 Uhr auf dem Programm. Die 2006 eröffnete Synagoge im Herzen der Stadt ist nach der in der Pogromnacht 1938 zerstörten orthodoxen Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße benannt. Die Teilnehmer erhalten eine Einführung in die Geschichte der jüdischen Gemeinde München, in die Architektur der Synagoge sowie in den Ablauf eines Gottesdienstes.

Zum Programm gehört auch eine Führung durch die Ohel-Jakob-Synagoge.

In der Ohel-Jakob-Synagoge findet am 20. April auch die Gedenkstunde der IKG zum 77. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto und zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager statt. Unter dem Titel »Dies ist mein letzter Brief« wird bei der Gedenkstunde mit Rezitationen aus Briefen an Carl und Carola Koppel und ihre sechs Kinder aus München erinnert, die von den Nazis ermordet wurden. Als Zeitzeuge wird sich der Schoa-Überlebende Celino Bleiweiß äußern. Er überstand die NS-Zeit unter dramatischen Umständen und lebt heute abwechselnd in Israel und Bayern.

Für die musikalische Begleitung der Gedenkstunden sorgen der Synagogenchor »Schma Kaulenu« unter Leitung von David Rees sowie Luisa Pertsovska (Keyboard) und Vladimir Gaba (Geige).

dritte GENERATION Die Journalistin Andrea von Treuenfeld hat in ihrer jüngsten Publikation Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation (Gütersloher Verlagshaus 2020) Zeugnisse von Enkelinnen und Enkeln von Auschwitz-Überlebenden gesammelt.

Im Gespräch mit Judith Faessler, der Enkelin von Max Mannheimer, und Oliver Umlauf, dem Enkel von Agnes und Imrich Hecht und Sohn von Eva Umlauf, nähert sich die Autorin der Frage: Was heißt und bedeutet Auschwitz für die Dritte Generation? Die Veranstaltung im IKG-Gemeindezentrum findet am 4. Mai um 19 Uhr statt.

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