Jahresabschluss

Geprüft und bestanden

Feststimmung am Dienstagmittag im Lauder Yeshurun Zentrum in Berlin-Mitte: Schon zum dritten Mal haben Frauen und Männer aus ganz Deutschland dort den Jahreskurs »Jewish Life Leaders« abgeschlossen. Das Programm mit acht mehrtägigen Studientreffen pro Jahr wurde 2009 von Rabbiner Joshua Spinner initiiert. Es hilft Laien aus kleinen und peripheren Gemeinden, Gottesdienste und Feiertage, Administration, Bildungsarbeit und Projektmanagement selbst in die Hand zu nehmen. Larissa Grinblat von der Jüdischen Gemeinde Worms sprach für alle Teilnehmer von »Freude und Dankbarkeit über so viel neues, hilfreiches Wissen, das wir zu Hause gut anwenden können«.

Gemeinden Ausdrücklich lobten die Kursteilnehmer aus Aachen, Hannover, Worms, Magdeburg, Dresden, Bad Pyrmont und Kiel die Herzlichkeit und Kompetenz ihrer Lehrkräfte. Die Abschlusszertifikate überreichte der Berliner Rabbiner Yitshak Ehrenberg. »Bitte schaffen Sie eine Atmosphäre, die die Menschen bei ihren Gemeinden hält«, sagte Ehrenberg.

Mit dem neuen Studienjahr wird das »Jewish Life Leaders«-Programm vom Zentralrat der Juden in Deutschland übernommen und erfährt inhaltliche Erweiterungen: Neben den bisherigen »Fernkurs« treten auch regionale Seminare. Zusätzlich beginnen weiterführende Kurse für besonders engagierte Lernende (»Jewish Life Leaders Advanced«).

»Wir haben in kleinen Schritten begonnen, jetzt zeigen sich die ersten Früchte«, freut sich Programmdirektor Shaul Nekrich, der auch als Landesrabbiner in Brandenburg arbeitet. Im Herbst übernimmt Mikhail Tanaev von Lauder Yeshurun die Programm-Koordination. Tanaev betont »die Wichtigkeit, ehrenamtlichen Helfern vor Ort noch viel mehr den Rücken zu stärken«. Das JLF-Programm regionaler Seminare soll noch im November starten.

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026