Berlin

»Eine Win-win-Situation«

»Ich stehe frei!«, »Komm schon!«, »Gib ab!« und viele andere Rufe waren am vergangenen Sonntag schon von Weitem auf dem Fußballplatz des TuS Makkabi zu hören. Gemeinsam mit der Berliner WIZO lud der jüdische Sportverein zu seiner Benefiz-Sommerfeier unter dem Motto »Das ultimative Sportfest des Jahres« ein – und Hunderte Besucher folgten dem Aufruf auf die Julius-Hirsch-Anlage im Eichkamp.

»Wir haben unglaubliches Glück mit dem Wetter«, freute sich Isaak Lat vom Makkabi-Vorstand. Tatsächlich brannte die Sonne unerbittlich auf die Rasenplätze, auf denen in verschiedenen Altersklassen viele Mannschaften um den Sieg kämpften. Unter ihnen war auch das Team »David Borck«, in dem der Berliner Vernen Liebermann spielt. Die sengende Hitze ließ ihn an ein ganz anderes Sportturnier denken: »Wir können nachvollziehen, wie sich die Spieler bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gerade fühlen.«

benefiz Seit über zehn Jahren ist Liebermann Makkabi-Mitglied. Für die große Tombola spendete er zwei Karten für den Chanukkaball, den er jedes Jahr organisiert. In seinen Augen ist Sport ein ideales Mittel, um zu verbinden: »Das sieht man nicht zuletzt an der Schweigeminute, die zu Beginn für die drei ermordeten jüdischen Jugendlichen und den ermordeten palästinensischen 16-Jährigen durchgeführt wurde.« Angesichts dessen war der Berliner nicht enttäuscht, als seine Mannschaft bereits nach der Vorrunde aus dem Turnier ausschied. »Es gibt Wichtigeres!«

Doch nicht nur Fußball stand an diesem Nachmittag auf dem Programm: Beim Blitzschach maßen sich neben den Jüngsten auch erfahrene Spieler – manche kamen direkt vom Fußballplatz. Andere kämpften wiederum beim Tennisturnier um Punkte, während Hüpfburgen, Dosenwerfen, Kinderschminken und
T-Shirts-Bemalen die Kinder unterhielten. Mit Bällen, Bändern und Seilen präsentierte derweil eine Mädchen-Gruppe ihr gymnastisches Können.

»Wir hoffen, dass Rhythmische Sportgymnastik auch bald Teil des Angebots von TuS Makkabi wird«, sagte Isaak Lat dazu. Der Moderator des Festes war zufrieden: Schon am frühen Nachmittag seien zwei Drittel der Lose der Tombola verkauft worden – nicht zuletzt ein Ergebnis des engagierten Aufrufs von Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann: »Zückt die Scheinchen! Ich habe auch schon Lose gekauft«, sagte Naumann. »Das ist hier doch schließlich ein Benefiz-Turnier.«

unterstützung »Die Stimmung ist wirklich super, jeder kommt auf seine Kosten«, betonte auch Alexandra Cukierman aus dem Berliner WIZO-Vorstand. Makkabi und WIZO würden sich ideal ergänzen: »Zwei Organisationen tun sich zusammen, die das Gleiche wollen.« Ihre Kollegin Nicole Schauder-Shani aus dem WIZO-Vorstand fügte hinzu: »Makkabi unterstützt Jugendliche im sportlichen und wir im sozialen Bereich – eine Win-win-Situation.« Mit den Einnahmen werden die Jugendabteilung des Vereins und ein Kindergarten in Israel unterstützt.

Am Andrang auf dem Sportplatz hatten die beiden Frauen einen großen Anteil: Unermüdlich schöpften sie Teig in glühende Waffeleisen – der Geruch schlug einem schon am Eingang entgegen. Nicht wenige der Kicker stärkten sich so nach den anstrengenden Spielen am WIZO-Kuchenbuffet.

Am Ende ging das Team »Lemberg« bei den Ü40-Mannschaften als Sieger hervor, bei der U40-Gruppe setzte sich das Team »Patrick Hellmann« im Elfmeterschießen durch – aber das war an diesem ausgelassenen Tag tatsächlich nebensächlich.

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