dokumentation

»Ein Zeichen setzten für Frieden und Fairness«

Inspiriert: Dieter Graumann Foto: Rafael Herlich

»Wenn ich mich hier umsehe, bin ich bewegt und berührt. Das Gefühl von Gemeinschaft und Solidarität ist förmlich mit den Händen zu greifen. Und dieses Gefühl tut uns allen mächtig gut in diesen Tagen! Wir sind zwar nur eine kleine Gemeinschaft, aber: Was wir machen, das machen wir mit ganzem Herzen! Wir sind zusammen, und wir stehen hier zusammen. Denn wir gehören ganz einfach zusammen! Dieses Gefühl von Gemeinschaft gibt uns Kraft, Zuversicht, Stärke, Optimismus und die Gewissheit: Wir sind nicht alleine. Wenn wir nur zusammenstehen, dann wird niemand uns etwas anhaben können. Befeuert, beflügelt, angetrieben und inspiriert von diesem Gefühl sind wir heute hier zusammengekommen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Für die Hoffnung und für die Solidarität, die in all unseren Herzen schreit in diesen Tagen. Wir wollen ein Zeichen setzen für Frieden und Fairness. (...)

Natürlich ist es berechtigt, angebracht und nötig, kritische Fragen zu stellen: War die israelische Aktion im Mittelmeer wirklich legitim, klug? War sie angemessen, verhältnismäßig, durchdacht? Diese Fragen muss man stellen, und sie werden in Israel gestellt. Und wenn wir ehrlich sind, so können auch wir bestimmt nicht alle diese Fragen einfach mit einem vorbehaltlosen «Ja» beantworten.

Aber genau das wird ja in Israel ganz offen diskutiert. Der jüdische Staat ist nun einmal eine lebendige Demokratie – die einzige in der ganzen Region. Viel zu wenig wird gewürdigt, dass uns mit Israel eine wirkliche Wertegemeinschaft in Sachen Demokratie verbindet. In einer Wüste von Despotie ist das Land die einsame Oase der Demokratie.

fairness Doch es ist auch richtig und legitim, wenn wir heute hier klar und vernehmlich sagen: Wie kübelweise dieser Tage Hass, Häme und Hetze vielfach geradezu genüsslich über Israel ausgegossen werden, das ist einfach ungerecht und unerträglich. Wir werben hier ausdrücklich für Besonnenheit, Wahrhaftigkeit und Fairness im Umgang mit Israel. Und wir wenden uns entschieden gegen jede pauschale Vorverur- teilung und gegen jede Hetzkampagne. Einige scheinen nur begierig darauf gewartet zu haben, Israel öffentlich mit Hass und Hetze zu überziehen. Wie erbärmlich! Vor allem, wenn gleich alle Juden in Generalhaftung genommen werden für das, was einem an Israel nicht gefällt. Im Internet finden wir in diesen Tagen tonnenweise übelsten antisemitischen Schmutz. Dagegen werden wir uns immer entschlossen wehren. Aber es ist die Aufgabe aller anständigen Menschen in diesem Land, zu verhindern, dass neuer Antisemitismus entsteht und frech sein hässliches Haupt hebt. Wohlgemerkt: Es ist absolut in Ordnung, konkrete israelische Politik zu kritisieren. Meinetwegen auch heftig und deftig. Aber wenn der Staat generell delegitimiert, diffamiert und dämonisiert wird, dann ist die rote Linie überschritten. (...)

Die Flotte, die Kurs auf Gaza genommen hatte, war eine ziemlich gemischte. An Bord dieser Schiffe gab es bestimmt viele gutwillige, höchst respektable, ehrbare und wirklich friedensbewegte Menschen. Das Ganze war jedoch keine reine Unschuldsflotte. Das war auch eine Flotte der Feindschaft, des Fanatismus, der Propaganda und der Provokation. Wäre es tatsächlich nur darum gegangen, den Menschen in Gaza zu helfen, wie einfach wäre das doch gewesen! Israel hatte angeboten, die Hilfsgüter auf dem Landweg direkt und sicher dorthin zu transportieren. Das wollten die Organisatoren aber ganz offensichtlich gar nicht. Denn in Wahrheit waren auch hartgesottene Mitglieder und Sympathisanten der Hamas an Bord. Ihnen ging es allein darum, den großen Knall, den ganz großen Eklat zu provozieren. Leider ist ihnen genau das gelungen. Israel ist in die Falle getappt. Und seither ist das Land politisch buchstäblich in schwerer See.

Kritik Die lautesten, die aggressivsten, die giftigsten Kritiker im politischen Spektrum hierzulande sind jene aus der Linkspartei. Ausgerechnet die Linkspartei! Wissen wir doch alle: Die Linkspartei ist bis heute kontaminiert und durchdrungen vom bösen Gift von Israelhass aus der alten DDR. Zugegeben: Einige in der Linkspartei haben in den vergangenen Jahren versucht, die Genossen auf einen besseren, auf einem pragmatischen Kurs zu bringen. Sie sind damit aber grandios gescheitert. (...)

Die Hamas hat in Gaza niemals wirklich eine soziale Infrastruktur aufbauen wollen, sondern immer nur eine infame Infrastruktur des Terrors und der Gewalt. Sie hat Gaza missbraucht als Abschussrampe für Raketen gegen israelische Zivilisten. Und sie hat die ganze Bevölkerung dafür als Geisel genommen. Die Menschen in Gaza tun uns leid, und wir wünschen uns alle, dass es ihnen schnell und nachhaltig bessergehen möge. Aber die Hamas, die dort mit eiserner, böser Faust regiert, will leider gar keinen Frieden – sondern nur den Vernichtungskrieg.

Die Islamisten, gerade die Hamas, aber auch die Hisbollah und das iranische Horror-Regime, kritisieren Israel ja gar nicht wegen seiner konkreten Politik, sondern allein wegen seiner Existenz. Ziel der Extremisten ist nicht etwa ein anderes Israel. Nein, ihr Ziel ist die Auslöschung des jüdischen Staates. Aber niemals werden sie dieses Ziel erreichen. Das versprechen wir. Und wir werden weiterhin unverdrossen für den Frieden kämpfen. Mit Herz, Seele und Leidenschaft – allen noch so schrecklichen Rückschlägen zum Trotz.«

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