Jom Haazmaut

Digitale Party

Lauter gute Wünsche für den israelischen Staat zu seinem 72-jährigen Bestehen – gesammelt und aufbereitet von der JSUD. Foto: pr

Jom Haazmaut

Digitale Party

Junge deutsche Israelfreunde feiern den Unabhängigkeitstag in diesem Jahr online

von Jérôme Lombard  29.04.2020 14:40 Uhr

Was finde ich persönlich am Staat Israel toll und bewundernswert? Diese Frage haben sich die Mitglieder der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) im Vorfeld des israelischen Unabhängigkeitstags gestellt. »Der Jom Haazmaut ist ein ganz wichtiger Tag, um sich zum Staat Israel zu bekennen und für ihn einzustehen«, sagt Anna Starosels­ki, Präsidentin der JSUD.

In diesem Jahr fällt der Unabhängigkeitstag, der traditionell dem Jom Hasikaron, dem Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus, folgt, auf den 29. April. In Israel und weltweit wurde er von allen Freunden des jüdischen Staates in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch begangen.

Zusammenhalt Doch statt Barbecues und Partys mussten die Geburtstagsfeierlichkeiten wegen der Corona-Pandemie sowohl in Israel als auch in Deutschland in diesem Jahr etwas anders ausfallen als sonst. »Insbesondere in Zeiten von Corona, wo man sich nicht zum gemeinsamen Feiern treffen kann, müssen wir Jüdinnen und Juden zusammenhalten und neue Wege für gemeinschaftliches Handeln finden«, sagt Staroselski.

Die Glückwunschtexte beschreiben, was Israel einzigartig macht.

Und genau das haben die deutschen Studenten dann auch getan und kurzerhand einen »virtuellen Geburtstagsgruß an Israel« geschickt. »Alle unsere Aktiven waren dazu aufgerufen, sich mit einem Schild zu fotografieren, auf dem geschrieben steht, was Israel aus ihrer Sicht so einzigartig macht«, erläutert Staroselski die Aktion.

Die Fotocollagen der Studenten können auf den JSUD-Kanälen in den sozialen Netzwerken bestaunt werden.

Die Fotos der Studenten wurden gesammelt und von ihnen zu einer gemeinsamen digitalen Glückwunschkarte zum 72. Geburtstags Israels zusammengestellt. »Wir von der JSUD möchten mit unserer Online-Kampagne Gesicht zeigen und auf den Facettenreichtum und die Einzigartigkeit Israels hinweisen«, sagt die JSUD-Präsidentin.

Die Fotocollagen der Studenten können auf den JSUD-Kanälen in den sozialen Netzwerken bestaunt werden. Die Präsidentin selbst hat ein Foto von sich mit einem Schild und der Aufschrift »Jüdischsein wird stolz gelebt« zur Geburtstagskarte beigesteuert.

»Es ist schon erstaunlich, welche Errungenschaften globaler Relevanz Israel in 72 Jahren hervorgebracht hat.« JSUD-Präsidentin Anna Starosels­ki

»Es ist schon erstaunlich, welche Errungenschaften globaler Relevanz Israel in seinen 72 Jahren bereits hervorgebracht hat«, betont die 24-jährige gebürtige Stuttgarterin. »Israel ist als Start-up-Nation für seine Kreativität, seine Innovationen und seinen Ideenreichtum bekannt. Davon lassen wir uns gerne inspirieren.«

Inspiration Von Israel inspirieren lassen wollten sich auch die Mitglieder des Jungen Forums (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Organisiert die DIG normalerweise um den Unabhängigkeitstag herum Veranstaltungen und Partys, mussten diese wegen Corona in diesem Jahr notgedrungen abgeblasen werden.

Matthias Schröder vom Jungen Forum hat an einer von den IDF veranstalteten digitalen Party auf Facebook teilgenommen.

»Das Junge Forum hat Israels Unabhängigkeit auf unterschiedliche Weise gefeiert – dieses Jahr jedoch komplett im digitalen Raum«, sagt Matthias Schröder vom Bundesvorstand des Jungen Forums. Er selbst hat am Unabhängigkeitstag an einer von den israelischen Streitkräften (IDF) veranstalteten digitalen Party auf Facebook teilgenommen, bei der jeder Fotos, Videos und andere Dateien beisteuern konnte, die ihn mit dem jüdischen Staat verbinden.

Für den 30-Jährigen war es ein Bedürfnis, bei der digitalen Feierstunde mitzumachen. »Gerade, wenn antiisraelische Ressentiments und Hass wieder Zulauf bekommen, müssen wir sagen: Israels Unabhängigkeit ist nicht nur notwendig, sondern auch ein Grund zum Feiern.«

SICHERHEIT Ursprünglich wollten die Aktiven vom Jungen Forum eine eigene Online-Feier zum Jom Haazmaut organisieren. Aus Sicherheitsgründen und wegen den Erfahrungen jüdischer Organisationen mit digitalen Veranstaltungen, die mehrfach gehackt und für antisemitische Propaganda missbraucht wurden, hatte man sich schließlich jedoch dagegen entschieden und stattdessen ein eigenes Video erstellt, in dem ein deutsches und ein israelisches JuFo-Mitglied erzählen, warum dieser Tag für sie von Bedeutung ist.

»Wir wollten Antisemiten am Unabhängigkeitstag kein digitales Einfallstor für ihren Hass bieten«, sagt Aras-Nathan Keul, Bundesvorsitzender des Jungen Forums und Präsidiumsmitglied der DIG. Auch er hat stattdessen gemeinsam mit vielen anderen internationalen Unterstützern Israels bei der IDF-Facebook-Party den Unabhängigkeitstag gebührend gefeiert.

Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Mehr als 2200 junge Menschen haben mit mehr als 450 Beiträgen jüdisches Leben greifbarer gemacht

 17.06.2026

Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Zum fünften Jubiläum des Streetfood-Festivals locken 52 Stände, viele Acts und eine zusätzliche Kleinkunstbühne

von Helmut Kuhn  17.06.2026

Stuttgart

Eine Erfolgskomposition

Wie der Internationale Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb Werke jüdischer Komponisten lebendig hält

von Chris Meyer  17.06.2026

Frankfurt

Heimspiel für Makkabi

Nach Jahrzehnten ohne eigene Anlage eröffnet der jüdische Sportverein seinen neuen Campus

von Leon Stork  17.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026

Berlin

Antisemitismus: Bundesverband Rias erfasst 8725 Vorfälle

Jüdinnen und Juden in Deutschland erleben seit Beginn des Gaza-Kriegs 2023 viel mehr Hass und Anfeindungen als zuvor. Das präge den Alltag, stellt das Netzwerk der Informations- und Meldestellen fest

 17.06.2026 Aktualisiert

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Düsseldorf

Netz für die Zukunft

Das Karriereprogramm »Reschet« bringt junge Gemeindemitglieder und Studierende branchenübergreifend mit erfahrenen Mentoren zusammen

von Annette Kanis  16.06.2026

Jewrovision

Zehn Städte, ein Team

Jugendreferentin Viktoria Dohmen über Entfernungen, Zusammenhalt und den Erfolg von JuJuBa

von Christine Schmitt  16.06.2026