Sie ist eine der augenfälligsten Skulpturen im Münchner Park um die Alte und Neue Pinakothek: Henry Moores Skulptur »Die Liegende« aus seiner Serie »Reclining Figures«. Zur selben Zeit wie in München wurde 1970 auch in Tel Aviv eine Bronzeskulptur aus dieser Serie am »Tel Aviv Museum of Art« aufgestellt. Anders als die Grünfläche am Skulpturenpark in München umgeben den Tel Aviver »Museum Square« moderne Architektur, eine Bücherei und die Israeli Opera. Nach dem 7. Oktober erlangte der Platz als »Hostages Square« internationale Bekanntheit, seit August dieses Jahres ist der Name offiziell.
Doch nicht allein die Kunstwerke verbinden das Tel Aviver Museum mit München. Den Austausch zwischen dem »Tel Aviv Museum of Art« und Deutschland vertieft seit bereits 25 Jahren der in München ansässige Deutsche Freundeskreis des Museums, TAMAD. Der Verein unter der Leitung von Hélène Gleitman hat es sich zum Ziel gemacht, als kultureller Brückenbauer Menschen zusammenzubringen, Menschen aus Deutschland und Israel, aber auch aus den verschiedensten Bereichen innerhalb von Israel. Mit einer Festveranstaltung hat der Freundeskreis nun sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Hélène Gleitman unterstrich dabei die Bedeutung der Kunst für diesen intensiven Austausch: »Kunst schafft Begegnung. Sie eröffnet Räume, in denen Menschen einander ohne Vorurteile begegnen können. Genau darin liegt die Kraft unseres Engagements – Brücken zwischen Deutschland und Israel zu bauen und zugleich das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in Israel zu fördern.«
Charlotte Knobloch würdigte die Arbeit des Vereins
Digital zugeschaltet war auch die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs, die in ihrem Grußwort erklärte, dass München stolz darauf sein kann, die Heimatstadt von TAMAD zu sein. Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, hob das Kinderfriedensprojekt »The Art Road to Peace« hervor. Auch die Direktorin des Museums, Tania Coen-Uzzielli, war gekommen und erinnerte an die Schwierigkeiten, in Kriegszeiten Ausstellungen zu kuratieren.
Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG), Charlotte Knobloch, würdigte die Arbeit des Vereins, denn er lasse »das kulturelle Leuchtfeuer Israels auch hierzulande hell erstrahlen«. Das sei »so nötig wie selten in den vergangenen 25 Jahren. Gerade in der aktuellen Lage braucht es Akteure, die niedrigschwellig, aber wirksam für den kulturellen Austausch arbeiten und auf beiden Seiten Gutes leisten, um den Menschen in Israel zu zeigen, dass ihre Freunde hier an ihrer Seite sind und an ihrer Seite bleiben.«