Vertrag

»Bayern ist eine jüdische Heimat«

Josef Schuster, Markus Söder und Charlotte Knobloch (v.l. vorn) bei der Vertragsunterzeichnung Foto: Bayrische Staatskanzlei

Der Freistaat Bayern erhöht seine staatlichen Leistungen für die Israelitischen Kultusgemeinden rückwirkend ab dem Jahr 2021 um fast sechs Millionen Euro auf 18 Millionen Euro pro Jahr. Ziel sei es, »das gemeinsame deutsch-jüdische Kulturerbe zu erhalten, dabei insbesondere das jüdische Gemeindeleben in den Israelitischen Kultusgemeinden Bayerns zu stärken und optimierte Sicherheitsvorkehrungen an den Einrichtungen umzusetzen«, hieß es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Ministerpräsident Markus Söder, Kultusminister Michael Piazolo, Josef Schuster als Präsident des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, unterzeichneten am vergangenen Dienstag im Rahmen der Ministerratssitzung den angepassten Vertrag, der »zusätzlich auch eine moderate Steigerung der jährlichen Zahlungen vorsieht«.

schutzversprechen Ministerpräsident Markus Söder sagte: »Wir geben ein Schutzversprechen gegen Hass und Antisemitismus und fördern neben lebendiger Erinnerungskultur das jüdische Leben im Freistaat. Die jüdischen Gemeinden gehören fest zu uns.« Dass dieses Versprechen auf den israelischen Gedenktag Jom Haschoa fällt, sei »ein besonderer Moment«, betonte Söder, der dem bayerischen Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle für dessen »hervorragende Arbeit« dankte.

Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, hob in seiner Funktion als Präsident des Landesverbands hervor: »Der Freistaat Bayern und die jüdischen Gemeinden in Bayern sind nicht nur starke Partner, sondern Freunde. Der abgeschlossene Staatsvertrag untermauert das Bekenntnis der bayerischen Politik, jüdisches Leben zu fördern und zu sichern. Diese Beziehung auf Augenhöhe ist ein großer Gewinn für die jüdische Gemeinschaft.«

verantwortung IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch betonte: »Bayern ist eine jüdische Heimat – und mit ihrem Beschluss, das Gemeindeleben noch stärker zu fördern, unterstützt die Staatsregierung dieses Heimatgefühl.« Mithilfe der »großzügigen Wertschätzung des Freistaates« könne man dieser Verantwortung in Zukunft weiter gerecht werden. »Dafür bin ich auch persönlich sehr dankbar«, sagte Knobloch.

Der Freistaat Bayern schloss bereits im Jahr 1997 einen ersten Vertrag, in dem er sich zu jährlichen Zahlungen an die jüdische Gemeinschaft verpflichtete. Außerhalb des Vertrags fördert Bayern die Errichtung und die Sanierung von Synagogen und Gemeindezentren für die jüdischen Gemeinden. ja

Berlin

Tanzen, trotz allem

Der Israeltag am Wittenbergplatz setzte ein Zeichen der Solidarität, der Lebensfreude – aber auch der Sorge

von Christine Schmitt  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Düsseldorf

Zwei Familien, eine Freundschaft

Die Rubinsteins und die Spiegels erlebten wichtige Momente gemeinsam. Erinnerungen an einen Freund

von Herbert Rubinstein  29.04.2026

Erinnern

»Paul, du fehlst«

Vor 20 Jahren am 30. April starb Paul Spiegel. Als Zentralratspräsident hat er das Land geprägt und sich für Verständigung eingesetzt. Wie würde er auf das Heute blicken? Gedanken von Gisèle Spiegel

von Gisèle Spiegel  29.04.2026

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026