Gedenken

Zwischenrufe bei Weimer-Rede in Buchenwald

Wolfram Weimer bei der Kranzniederlegung zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und Mittelbau-Dora Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der zuvor umstrittene Auftritt von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) bei der Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Buchenwald ist teils von lauten Rufen und Gesängen übertönt worden. Mehrere Menschen riefen linke Parolen wie »Alerta, Alerta, Antifascista«. Außerdem sangen sie während seiner Rede das Buchenwald-Lied, das 1938 von Häftlingen geschrieben wurde. 

Eine Rednerin kritisierte Weimer auch direkt. »Wenn Buchhandlungen ohne weitere Erklärung diskreditiert werden, dann gerät etwas ins Wanken«, sagte die Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), Lena Sarah Carlebach. Es seien subtile Verschiebungen, wenn Kultur unter Verdacht gerate. Hintergrund ist die Absage des Deutschen Buchhandlungspreises, nachdem Weimer zuvor drei linke Läden von der Preisträgerliste hatte streichen lassen. 

Der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter Ron Prosor stellten sich hingegen ausdrücklich hinter Weimer. 

Vor dem Auftritt Weimars gab es Kritik. Zwei Buchenwald-Verbände hatten ihn aufgefordert, nicht persönlich zu erscheinen. Sie warfen ihm vor, er habe es an Verständnis für KZ-Überlebende missen lassen. Der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter Ron Prosor stellten sich hingegen ausdrücklich hinter Weimer. 

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Angesprochen auf die Rufe sagte Weimer am Rande der Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur: »Es war ein Tag der Würde, und es ist ein Tag der Erinnerung an die Befreiung.« Das habe im Vordergrund gestanden. Auf die Zwischenrufe wollte er auf Nachfrage nicht weiter eingehen. dpa

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