Braunschweig

Zentralrat der Juden: Schau betont »schmerzliche Aktualität«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht bei der Eröffnung der Ausstellung »Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland«. Foto: picture alliance/dpa

Der Zentralrat der Juden verzeichnet eine erstarkte Feindseligkeit gegenüber der Religion in Deutschland und fordert, diese mit Entschlossenheit zu bekämpfen. »Seit dem 7. Oktober spüren wir einen explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus«, sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, in Braunschweig. Schuster sprach anlässlich der feierlichen Ausstellungseröffnung »Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland« im Staatstheater der niedersächsischen Stadt.

Judenhass sei nie aus Deutschland verschwunden, seit dem 7. Oktober habe er aber eine neue Dimension gewonnen, sagte Schuster. »Wenn wir dem Antisemitismus die Stirn bieten wollen, dann braucht es entschlossenes Handeln der Politik«, forderte er und betonte, dass es damit nicht getan sei. »Anstand und demokratische Kultur lassen sich nicht politisch verordnen«, sagte der Zentralratspräsident. Es komme auf den Einzelnen an, die Schau betone eine »schmerzliche Aktualität«.

Wächter des Grundgesetzes und Vorkämpfer für offene Gesellschaft

Schuster lobte, dass die Ausstellung in Braunschweig die Rolle des Zentralrats verstehe. Es erfülle ihn mit Stolz, dass der Rat als »ethisches Zentrum« der Bundesrepublik gesehen werde, als einen Wächter des Grundgesetzes und seiner Errungenschaften und als einen Vorkämpfer für die offene Gesellschaft.

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Bundesweit einzige Ausstellung

Ziel des Projekts sei es, die Verdienste des Zentralrats für die jüdische Gemeinschaft zu würdigen und zugleich seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft in der Bundesrepublik.

Nach Angaben der Organisatoren ist die Schau vom 24. Februar bis 20. September im Städtischen Museum die deutschlandweit einzige zum Jubiläum. Gefördert wird die Ausstellung vor allem von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Der Zentralrat wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet und ist eine politische, gesellschaftliche und religiöse Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. dpa

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