Stutthof

»Wir wurden ständig verprügelt«

Abraham Koryski aus Israel Foto: dpa

Ein Überlebender des Konzentrationslagers Stutthof hat im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann von schwersten Misshandlungen der Gefangenen berichtet.

»Wir wurden ständig verprügelt, die ganze Zeit, auch während der Arbeit«, sagte Abraham Koryski am Montag nach den Worten eines Dolmetschers.

Er habe 1944/45 mehrfach erlebt, wie die SS sadistische »Shows« veranstaltete. Einmal habe ein Sohn seinen Vater zu Tode prügeln müssen, vor den versammelten Häftlingen.

Frauenlager Mit ihm in dem Lager bei Danzig seien auch sein Onkel und eine Tante gewesen. Eines Tages habe sein Onkel es gewagt, der Tante im Frauenlager eine Zwiebel zuzuwerfen. Beim Versuch, die Zwiebel aufzuheben, sei die Frau gegen den Elektrozaun gekommen und habe einen tödlichen Stromschlag erlitten. Sein Onkel habe sich danach erhängt.

Koryski war 1944 als 16-Jähriger aus Litauen in das Lager gebracht worden. Anfang 1945 überlebte er einen Todesmarsch mit Tausenden Gefangenen Richtung Westen, bis ihn die Rote Armee befreite. Der inzwischen 91-Jährige lebt heute in Israel.

Mord Angeklagt in dem Prozess ist ein 93-Jähriger aus Hamburg. Ihm wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen. Als SS-Wachmann soll er zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 »die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt« haben.

Zu den Aufgaben des damals 17- bis 18-Jährigen habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern.  dpa

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026

Nahost

EU verschärft Sanktionen gegen Iran

Wegen Behinderungen des Schiffsverkehrs verschärft die EU ihre Maßnahmen gegen den Iran. Betroffen sind auch Verantwortliche, denen Drohungen vorgeworfen werden

 08.06.2026

Moringen

AfD-Kreisverband will Parteitag neben KZ-Gedenkstätte abhalten

In der Kleinstadt Moringen richteten die Nationalsozialisten drei Konzentrationslager ein. Eine Gedenkstätte erinnert an die damaligen Gräuel. In unmittelbarer Nähe davon plant ein AfD-Kreisverband seinen Parteitag. Ein Bündnis kündigt Proteste an

 08.06.2026

Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Jüdische Perspektiven im Bildungswesen sichtbarer machen: Ein neuer Bundesverband vernetzt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie im Umgang mit Antisemitismus

von Christoph Schmidt  08.06.2026

Handelsbeziehungen

Auch Großbritannien erwägt Importverbot für Siedlerwaren

140 Abgeordnete der regierenden Labour Party haben Außenministerin Yvette Cooper aufgefordert, die Einfuhr von Produkten aus israelischen Siedlungen im Westjordanland nach Großbritannien zu verbieten

von Michael Thaidigsmann  08.06.2026

Washington D.C.

Global Forum des AJC: Das Paradox der jüdischen Geschichte

2000 Juden aus 70 Ländern kamen in die US-Hauptstadt, um bei der jährlichen Tagung des American Jewish Comittee dabei zu sein

von Sebastian Engelbrecht  08.06.2026

Aue-Bad Schlema (Sachsen)

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen

Mit dem Wahlsieg von Marcus Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der Kandidat der rechtsextremen »Freien Sachsen« scheitert an der Wahlurne

 08.06.2026

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Großbritannien

Antisemitische Straftaten in London stark gestiegen

Der größte monatliche Zuwachs von durch Judenhass motivierten Übergriffen seit ende 2023 wird registriert

 08.06.2026