Meinung

Wiener Schmarrn

Am 5. Mai hat das österreichische Parlament mit einer Gedenkfeier an die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen vor 65 Jahren erinnert. Als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien habe ich diese Veranstaltung boykottiert. Denn ich bin der Überzeugung, dass in einem Land wie Österreich, in dem es so viele Täter gegeben hat, die wohlfeilen Reden und Gedenkfeiern keinesfalls die Realität österreichischer Politik widerspiegeln. Da empfängt man offiziell Irans Außenminister Mottaki und ist stolz darauf, dass das Handelsvolumen mit dem »Schurkenstaat« im vergangenen Jahr um sechs Prozent gestiegen ist. Das ist angesichts der Drohung Teherans, Israel mit Atomwaffen zerstören zu wollen, unerträglich. Wenn wir Juden weiterhin zu solchen Gedenkfeiern kommen und den dort gehaltenen Reden Glauben schenken sollen, dann muss die österreichische Politik ihren Worten endlich Taten folgen lassen. Das heißt: keine politischen und wirtschaftlichen Geschäfte mit dem Iran.

Der Autor ist Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.

Trauer

Ex-Fed-Chef Alan Greenspan ist gestorben

Er galt jahrelang als Orakel und Maestro: Über 18 Jahre lang herrschte Alan Greenspan als Zentralbankchef über die Zinspolitik der weltgrößten Wirtschaftsmacht

 22.06.2026

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026

Hamburg

Er spionierte Josef Schuster und Volker Beck aus: Däne vor Gericht

Der Mann mit afghanischen Wurzeln soll im Auftrag des Iran spioniert haben

 22.06.2026

Bundeswehr

Fünf Jahre Militärrabbinat

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die Jüdische Militärseelsorge bereichere den Dienstalltag und schärfe die ethische Orientierung der Streitkräfte

 22.06.2026

Berlin

Pantisano entschuldigt sich für Faschismus-Vorwurf gegen CDU

Der neue Linken-Chef hat mit seiner Wortwahl über vermeintlich »faschistische Politik« der Union Empörung ausgelöst. Jetzt rudert er zurück

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026