Einspruch

Was Israel in Ungarn riskiert

Warum lobt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán den Hitler-Verbündeten Miklós Horthy, den Anführer des »weißen Terrors«, der tausende Juden das Leben kostete, den Mitverantwortlichen am Mord an mehr als einer halben Million ungarischer Juden, als »Ausnahmestaatsmann«?

Wahrscheinlich will er so die Wähler der rechtsradikalen Jobbik-Partei für sich gewinnen, denn die versucht gerade, ihren Antisemitismus zu überwinden. Folglich werden in der regierungsnahen Zeitung »Magyar Idök« die Jobbik-Dissidenten, die weiter auf Antisemitismus setzen wollen, umworben.

Spekulanten Doch Orbán begnügt sich nicht mit der Horthy-Apologie, er braucht auch einen Feind, mit dem er sein System der »nationalen Zusammenarbeit« bestärken kann. Und so schreckt er nicht davor zurück, dem »internationalen Spekulanten« George Soros vorzuwerfen, er sei verantwortlich für den massenhaften Zustrom von »illegalen Einwanderern« aus dem Nahen Osten. Ungarn wurde mit Anti-Soros-Plakaten überschwemmt, auf denen oft »stinkender Jude« zu lesen ist. Je absurder der Vorwurf, desto mehr wird er geglaubt.

Zunächst protestierte Mazsihisz, die größte jüdische Organisation, gegen diese antisemitisch grundierte Kampagne. Orbán antwortete, er würde doch mit seiner xenophoben Politik die Juden Europas vor Terror schützen, und beklagte, dass die Juden nicht auf seiner Seite stehen. Auch Israels Botschafter in Budapest warnte, dass die Anti-Soros-Kampagne nicht nur Kritik an einer Person ist, »sondern auch traurige Erinnerungen weckt und Hass und Angst sät«.

Doch Israels Außenministerium distanzierte sich vom eigenen Botschafter, und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird am 18. Juli Budapest besuchen. Bibis Zorn über Soros ist anscheinend stärker als seine Kritik am offensichtlichen Antisemitismus. Nur um seine rechte Koalition zusammenzuhalten, setzt Netanjahu die Beziehung zu großen jüdischen Gemeinden im Ausland aufs Spiel.

Der Autor ist Journalist in Wien.

Gedenkstätten

Panse: Israelkritik in Buchenwald ist »geschichtsvergessen«

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse kritisiert geplante israelfeindliche Aktionen beim Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald scharf. Mit einer öffentlichen Diskussion will er auf Aufklärung setzen

 25.02.2026

Wiesbaden

Deutschlandweiter Schlag gegen Hass und Hetze im Netz

Hitlergruß, Hakenkreuze, Hetze: Polizisten gehen in allen 16 Bundesländern gegen mutmaßliche politische Kriminalität im Netz vor. Rund 140 Ermittlungsverfahren laufen. Was steht besonders im Fokus?

 25.02.2026

Epstein-Akten

Bill Gates räumt Affären mit russischen Frauen ein

Zugleich äußert der 70-jährige Philanthrop über seine Kontakte zu Jeffrey Epstein und spricht von einem schweren Fehler

 25.02.2026

Kiel

Daniel Günther will härtere Strafen bei antisemitischen Taten

»Wir bringen einen Beschlussvorschlag ein, mit dem die Länder Antisemitismus und Antiisraelismus in jeglicher Hinsicht klar verurteilen«, so der schleswig-holsteinische Ministerpräsident

 25.02.2026

Botschafter in Tel Aviv

Auch Lambsdorff will in Israel Hebräisch lernen

Im Sommer soll der Diplomat Steffen Seibert als Deutschlands Botschafter in Tel Aviv ablösen. Jetzt verrät Alexander Graf Lambsdorff, warum er sich auf die neue Aufgabe freut

 25.02.2026

Meinung

Was Layout verraten kann

Holger Friedrich hat die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung auf den Markt gebracht. Bei der Gestaltung drängen sich merkwürdige Bilder auf. Welche Zielgruppe will er wohl erreichen?

von Marco Limberg  25.02.2026

Nahost

USA verlegen auch F-22-Kampfjets nach Israel

Vor den nächsten Verhandlungen über einen Atomdeal mit dem Iran verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region

 25.02.2026

Washington D.C.

Trump will niemals zulassen, dass Iran eine Atombombe besitzt

Der US-Präsident schickt in seiner Rede zur Lage der Nation eine klare Warnung an das Mullah-Regime. Die Verhandlungen am Donnerstag gelten als letzter Versuch, einen Krieg zu verhindern

 25.02.2026

Teheran

Iranisches Revolutionsgericht verhängt Todesurteil nach Januar-Protesten

Mohammad Abbasi wird »Feindschaft gegen Gott« vorgeworfen

 25.02.2026