Gesellschaft

Was für eine Gaudi

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle will gesunde Hartz-IV-Empfänger unter Androhung von finanziellen Sanktionen zum Arbeiten verpflichten. Von derartigen Forderungen in der Hartz-IV-Debatte mag man halten, was man will: In der Nähe des Nationalsozialismus stehen sie nicht. Umso erstaunlicher, dass der Kabarettist Michael Lerchenberg vergangene Woche in seiner Münchner Nockherberg-Predigt, in der traditionell Politiker auf die Schippe genommen werden, Westerwelle unterstellte, in Ostdeutschland ein Lager bauen zu wollen, am Eingang ein eisernes Schild mit der Aufschrift »Leistung muss sich wieder lohnen«. Es ist richtig: Satire darf überspitzen. Doch auch sie hat Grenzen. Zwar ist Lerchenbergs Satz nicht justiziabel, doch gibt es gute Gründe, nicht alles auszusprechen, was erlaubt ist: moralische. Sich daran zu halten, hätte Lerchenberg nichts von seiner politischen Schärfe genommen. Er hätte die Politprominenz am Nockherberg auf etwas anderes aufmerksam machen können: Zum Beispiel darauf, dass die Summe der von Deutschen in der Schweiz hinterzogenen Steuern ungleich höher ist als die Kosten, die Hartz-IV-Empfänger dem Staat verursachen. Stattdessen, wieder einmal, ein unsäglicher Holocaust-Vergleich.

Der Autor ist derzeit Praktikant bei der Jüdischen Allgemeinen.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Michael Thaidigsmann

Haltlose Rüge aus Straßburg

Der Menschenrechtskommissar des Europarats wirft Deutschland »unangemessene Beschränkungen« propalästinensischer Proteste vor. Überzeugende Belege legt er jedoch nicht vor

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Nahost

Trump verlängert Waffenruhe: Wie es jetzt weitergehen könnte

Welche Szenarien sind jetzt denkbar?

von Cindy Riechau, Arne Bänsch  22.04.2026

Nahost

Behörde: Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus

Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu Angriffen auf Schiffe. Die britische Behörde UKMTO meldet nun gleich zwei Vorfälle

 22.04.2026

New York

Wegen Haltung der Demokraten zu Israel: Alan Dershowitz wird Republikaner

Seine bisherige Partei sei zur »antiisraelischsten Partei in der amerikanischen Geschichte« geworden, schreibt der jüdische Jurist

 22.04.2026

New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

Rafael Grossi warnt vor der »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne

 22.04.2026

London

Beratungen über Wiederöffnung der Straße von Hormus beginnen

Diskutiert werden sollen auch Einsatzkräfte, Führungsstrukturen sowie die Verlegung von Einheiten in die Region

 22.04.2026

Europäische Union

Keine Mehrheit für Strafmaßnahmen gegen Israel

Vor allem Spanien und Irland hatten vor der Sitzung der Außenminister in Luxemburg Druck gemacht und die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel verlangt. Sie scheiterten erneut

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026