New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

IAEA-Chef Rafael Grossi am Dienstag im UNO-Hauptquartier in New York Foto: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY

Der Iran steht nach Einschätzung des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, im Mittelpunkt einer gefährlichen internationalen Entwicklung. In einem Interview mit »The Telegraph« warnte er, dass der Streit um Teherans Atomprogramm eine neue Welle nuklearer Aufrüstung auslösen könnte.

Grossi machte deutlich, dass ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran ohne Kontrolle durch seine Behörde wertlos wäre. »Ohne Überprüfung ist jedes Abkommen kein Abkommen«, sagte er. Es handle sich sonst lediglich um die »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne.

Nur die IAEA könne objektiv bestätigen, ob Iran vereinbarte Schritte tatsächlich umsetzt. Seine Behörde kenne die iranischen Anlagen sehr genau und könne »absolute Unparteilichkeit« garantieren, betonte Grossi.

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Zugleich warnte der IAEA-Chef davor, dass ein nuklear bewaffneter Iran andere Staaten in der Region zum Handeln treiben könnte. Bereits jetzt werde in mehreren Ländern offen darüber gesprochen, eigene Atomwaffenprogramme aufzubauen. Ein solcher Dominoeffekt könne das weltweite Nichtverbreitungssystem erschüttern.

»Eine Welt mit 20 Atomwaffenstaaten oder mehr wäre extrem gefährlich«, erklärte Grossi in dem Gespräch des »Telegraph«. Die derzeitige Mischung aus Konflikten, Unsicherheit und geopolitischer Polarisierung könne Regierungen dazu bringen zu sagen: »Wir fühlen uns nicht sicher. Wir fühlen uns nicht ausreichend geschützt.«

Mit Blick auf militärische Szenarien gegen iranische Nuklearanlagen äußerte sich Grossi zurückhaltend. Zwar zweifle er nicht an den Fähigkeiten der USA, doch der Umgang mit nuklearem Material sei »eine sehr heikle Angelegenheit«. Auch beschädigte Anlagen könnten erhebliche Sicherheitsrisiken bergen. im

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