Berlin/Tel Aviv

Wadephul zu Video von Ben-Gvir: »unsägliches Verhalten«

Bundesaußenminister Johann Wadephul Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

In der Kontroverse um ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das israelfeindliche Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigt, hat auch Außenminister Johann Wadephul das Verhalten des Politikers als »vollkommen inakzeptabel« bezeichnet. »Es widerspricht den Werten, für die Deutschland mit Israel gemeinsam stehen will, fundamental«, sagte Wadephul in Berlin.

Er sei seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar dankbar »für die klaren Worte, die er für dieses unsägliche Verhalten gefunden hat«. Zuvor hatte bereits der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, Kritik geäußert.

Das Video, das auf Ben-Gvirs X-Account veröffentlicht wurde, hatte international scharfe Kritik ausgelöst. Es zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod. »Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren«, ruft er auf dem Video, auf dem er die Aktivisten auch verspottet.

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Israels Außenministerium meldete in der Nacht den vollständigen Stopp der aus 51 Booten bestehenden Gaza-Flotte. Daran hatten sich etwa 430 israelfeindliche Aktivisten beteiligt, die von Israel festgehalten werden.

Ziel der Teilnehmer war erneut ein Brechen der israelischen Seeblockade Gazas. Die ägyptische Seeblockade, die ebenfalls den Waffenschmuggel nach Gaza unterbinden soll, erwähnten die Flottillen-Aktivisten auch diesmal nicht.

Sowohl der israelische Außenminister Sa’ar als auch Regierungschef Benjamin Netanjahu hatten sich vom Verhalten Ben-Gvirs distanziert. Mehrere Staaten hatten nach dem Vorfall die israelischen Botschafter in ihren Ländern einbestellt. dpa/ja

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