Berlin

Wadephul an Hamas und Israel: Gaza-Friedensplan einhalten

Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf dem militärischen Teil des BER-Flughafens im brandenburgischen Schönefeld Foto: picture alliance/dpa

Angesichts der jüngsten Eskalation der Gewalt im Gazastreifen fordert Außenminister Johann Wadephul die Hamas und Israel auf, die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden nicht zu gefährden. Dabei hatte lediglich die Hamas den Waffenstillstand gebrochen, während die israelischen Streitkräfte reagierten.

»Alle Anstrengungen müssen jetzt darauf gerichtet sein, die Erwartungen der Menschen in einer ganzen Region auch zu erfüllen«, erklärte der Minister vor dem Abflug zu einer mehrtägigen Reise in den Nahen Osten und die Golfregion. Wadephul will erstmals in seiner Amtszeit Jordanien und später auch den Libanon und das Golf-Königreich Bahrain besuchen.

Der Nahe Osten stehe an einer Wegmarke, warnte der Außenminister. Meldungen über ein Wiederaufflammen der Kämpfe erfüllten ihn deswegen mit tiefer Sorge. Wadephul forderte die Hamas auf, ihren Teil der Vereinbarung zum Gaza-Friedensplan zu erfüllen, die Waffen niederzulegen und die verbliebenen sterblichen Überreste der toten Geiseln zu übergeben. »An Israel appellieren wir zu militärischer Zurückhaltung, um erneutes Leiden zu verhindern.«

Aktive Beteiligung

Knapp drei Wochen nach Beginn einer Waffenruhe im Gaza-Krieg war die Gewalt am Dienstag erneut eskaliert. Israel beschuldigte die Hamas, israelische Soldaten angegriffen und einen Soldaten getötet zu haben. Israels Luftwaffe griff daraufhin Ziele im Gazastreifen an. Inzwischen hat die israelische Armee mitgeteilt, die Waffenruhe gelte wieder.

Lesen Sie auch

Deutschland werde sich weiter aktiv an der Umsetzung des Plans für einen Nahostfrieden beteiligen, kündigte Wadephul an. Dazu würden drei Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes das mit Zivilisten und Militärvertretern besetzte US-geführte Koordinationszentrum (Civil Military Coordination Centre, CMCC) im Süden Israels unterstützen - zusätzlich zu den drei Stabsoffizieren, die dort schon tätig seien.

Das Zentrum soll die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren und sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen befassen. 

Konstruktive Rolle

Wadephul wollte sich in der jordanischen Hauptstadt Amman mit seinem Kollegen Aiman al-Safadi treffen. Jordanien nehme eine sehr wertvolle, konstruktive und vermittelnde Rolle ein, erklärte der Bundesaußenminister. Als Drehkreuz für humanitäre Hilfe habe das Land in den vergangenen Jahren enorme Anstrengungen zur Versorgung der Menschen in Gaza unternommen.

Anschließend wolle er im Libanon Gespräche darüber führen, wie Deutschland bei der Stabilisierung des Landes helfen kann, sagte Wadephul. Auch die Stabilisierung des Nachbarlandes Syrien sei im deutschen Interesse. Instabilität und die Ausbreitung von Terrorismus bedeute auch Fluchtbewegungen, »die wir hier in Europa kaum noch kontrollieren können«.

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Dresden/Königstein

Mutmaßliche Kämpfer des Islamischen Staates festgenommen

Zwei Männer sollen als Kämpfer für den IS aktiv gewesen sein und dafür Geld erhalten haben. Nun sitzen die beiden Iraker in Sachsen in Untersuchungshaft

 14.08.2026

Deutschland

Anti-Israel-Aktivisten krachen in Hafenmauer

Ein Kleinschiff mit »pro-palästinensischen« Seefahrern will im Herbst die Gaza-Küste erreichen. Zwischen ihnen und dem Ziel liegen 3000 Kilometer Luftlinie – und eine wachsende Anzahl an Problemen

von Imanuel Marcus  14.08.2026

Erfurt/Berlin

BSW-Spitze fordert Voigts Rücktritt – und Ende der Koalition

Das Bündnis Sahra Wagenknecht regiert in Thüringen mit CDU und SPD – zum Missfallen der Parteizentrale. Schluss damit, verlangt ein Vorstandsbeschluss

 14.08.2026

Iran-Krieg

Vance: Kriegsziel Nummer Eins besteht darin, Öl und Gas für Amerikaner billig zu halten

Der amerikanische Vizepräsident sagt, die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe stehe an zweiter Stelle. Derweil schickt das Pentagon einen neuen Flugzeugträger in die Region

 14.08.2026

Hamburg

Volker Beck kämpft um Beteiligung als Nebenkläger

Der DIG-Präsident gehört zu den Personen, gegen die sich mutmaßliche Anschlagspläne des Iran gerichtet haben sollen. Dennoch hat das Gericht seinen Antrag auf Zulassung im Prozess zurückgewiesen

 14.08.2026

Wahl in Sachsen-Anhalt

Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung

Den Bundestag mischt die AfD regelmäßig auf. Könnte sie das auch mit dem Bundesrat tun, wenn sie in Sachsen-Anhalt den Regierungschef stellen sollte? Der Bundesratspräsident bleibt gelassen

 14.08.2026

Nahost

Angriff auf Schiffe: Lage am Golf weiter angespannt

Im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde ursprünglich eine Einigung innerhalb von 60 Tagen angestrebt. Doch eine Lösung des Konflikts scheint ungewiss. Gibt es Fortschritte?

 14.08.2026

Boston

Gericht weist Klage der US-Regierung gegen Harvard ab

Trumps Regierung kassierte bereits im vergangenen Jahr in einem rechtlichen Streit mit der Elite-Uni eine Niederlage. Nun scheitert sie erneut vor Gericht. Im Zentrum stand ein Antisemitismus-Vorwurf

 14.08.2026