Berlin

Volker Beck fordert von SPD und Grünen klare Absage an Bündnis mit der Linken

Volker Beck Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Volker Beck verlangt von den Berliner Spitzenkandidaten von SPD und Grünen eine eindeutige Festlegung für die Zeit nach der Abgeordnetenhauswahl. Steffen Krach und Werner Graf sollten öffentlich erklären, dass ihre Parteien keine Koalition mit der Berliner Linken eingehen werden, fordert der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Der »Tagesspiegel« berichtete.

In einem Schreiben an Krach und Graf warnt Beck insbesondere vor einem möglichen rot-grün-roten Bündnis. Die Berlinerinnen und Berliner müssten vor der Wahl wissen, welche Koalitionen SPD und Grüne ausschließen würden. Eine Entscheidung erst nach dem Urnengang reiche nicht aus.

Beck begründet seine Forderung laut »Tagesspiegel«-Bericht vor allem mit dem Umgang der Berliner Linken mit Antisemitismus und Israelhass. Er wirft der Partei vor, entsprechende Positionen in den eigenen Reihen nicht konsequent zurückzuweisen und im Wahlkampf um Stimmen aus einem antisemitischen Milieu zu werben.

Mit Antisemiten solidarisiert

Als Beispiel führt Beck einen Wahlkampfauftritt des Rappers Dahabflex in Neukölln an. Dort waren unter anderem die Parolen »Yalla Yalla Intifada« und »Death to the IDF« zu hören. Der Linken-Kreisverband Neukölln habe sich anschließend mit dem Künstler solidarisiert, anstatt sich von dessen Äußerungen zu distanzieren.

Lesen Sie auch

Beck sieht darin ein grundsätzliches Problem der Partei. Auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp könne daran aus seiner Sicht nichts ändern. Zwar unterstellt er ihr persönlich keine antisemitischen Absichten, zugleich kritisiert er, dass sie innerhalb der eigenen Partei nicht ausreichend gegen Antisemiten sowie militante und terrorismusaffine Antizionisten vorgehe.

Unterstützung erhält Beck von Kerstin Müller, einer früheren Bundestagsabgeordneten der Grünen und ehemaligen Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Auch sie fordert von SPD und Grünen eine klare Positionierung vor der Wahl.

Rechts und links

»SPD und Grüne müssen absolut klar machen, dass sie mit einer Partei, die keine klare Kante gegen Antisemiten und Israelhass zeigt, nicht zusammenarbeiten«, sagte Müller dem »Tagesspiegel«. Sie fordert eine politische »Brandmauer« sowohl gegen Antisemitismus von rechts als auch von links.

Nach derzeitigen Umfragen und politischen Konstellationen könnten SPD und Grüne nach der Wahl vor der Entscheidung stehen, entweder mit der CDU oder mit der Linken zusammenzuarbeiten. Beck will verhindern, dass die Frage eines Bündnisses mit der Linkspartei bis nach dem Wahltag offenbleibt. im

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026