Berlin

Verfassungsschutz nimmt neue AfD-Jugend ins Blickfeld

Jean-Pascal Hohm, Chef der »Generation Deutschland« , bei der Gründung der Organisation Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die erst vor wenigen Tagen gegründete Jugendorganisation der AfD, »Generation Deutschland« (GD), rückt bereits in den Fokus des Bundesamts für Verfassungsschutz. Laut einem Bericht der »Bild« prüfen die Sicherheitsbehörden, ob es Hinweise auf verfassungsfeindliche Bestrebungen innerhalb des neuen AfD-Nachwuchsverbandes gibt.

Das Bundesamt bestätigte dem Blatt, dass Erkenntnisse vom Gründungskongress in Gießen ausgewertet würden. Der Inlandsgeheimdienst prüft demnach kontinuierlich, ob Voraussetzungen für eine Beobachtung der AfD und ihrer Teilorganisationen vorliegen.

Im Mittelpunkt stehen laut dem Bericht insbesondere Kontakte der neuen Jugendorganisation zu Akteuren am rechten Rand. Auf dem Gründungstreffen trat der Vorstand offen dafür ein, mit sogenannten Vorfeldorganisationen zusammenzuarbeiten. Vorstandschef Jean-Pascal Hohm erklärte in seiner Rede, man wolle eng mit diesen Strukturen kooperieren. Vorstandsmitglied Kevin Dorow betonte, man distanziere sich nicht davon.

Lesen Sie auch

Brisant ist zudem die Präsenz des Verlegers Götz Kubitschek, dessen Antaios-Verlag vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Kubitschek hatte auf dem Kongress einen eigenen Stand und suchte den Austausch mit Delegierten.

Wie weit die Behörde gehen kann, ordnet Staatsrechtler Volker Boehme-Neßler ein. Eine Einstufung der GD als rechtsextrem sei grundsätzlich möglich – unabhängig von der Mutterpartei. Ein Verbot hingegen wäre nach seiner Einschätzung nicht realistisch, da die Jugendorganisation laut ihrer Satzung rechtlich unselbstständig ist und damit fest zur AfD gehört. Ein solcher Schritt wäre daher nur gemeinsam mit einem Parteiverbot denkbar.

Bisher wurde die AfD in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als »gesichert rechtsextrem« eingestuft. Dies gilt auch bundesweit. Allerdings hat der Bundesverfassungsschutz diese Einstufung ausgesetzt, bis die Gerichte über ihre Zulässigkeit entscheiden. im

Wirtschaft

Hacker greifen staatliche Banken in Iran an

Ein Hackerangriff hat mehrere staatliche Banken im Iran getroffen. Zeitweise waren Online‑Zahlungen im ganzen Land gestört – ein weiterer Schlag gegen Irans ohnehin fragile Infrastruktur

 14.06.2026

Iran

Getöteter Ayatollah Chamenei soll am 9. Juli beerdigt werden

Die Beisetzung von Ajatollah Chamenei findet im Trauermonat Muharram statt – Millionen Menschen sollen Abschied nehmen. Unklar ist, ob sein Sohn und Nachfolger Modschtaba teilnimmt

 14.06.2026

Krieg

Wird noch heute ein Iran-Abkommen unterzeichnet?

Laut US-Präsident Trump und dem Vermittler Pakistan soll bereits heute eine erste Übereinkunft zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet werden. Wird es tatsächlich dazu kommen?

 14.06.2026

USA

Trump wird 80: Verpufft seine Macht?

Seine Amtszeit ist geprägt von einem medialen Dauerfeuer: Überall Trump, Trump, Trump. Doch vor seinem 80. Geburtstag ist der Präsident eher zurückhaltend. Er hat inzwischen nicht nur ein Problem

von Anna Ringle  14.06.2026 Aktualisiert

Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff verfasste auch für die Jüdische Allgemeine Kommentare. Die Redaktion prüft, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden

 12.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026

Berlin

Bundesrat für Verbot von Handel mit Dokumenten von NS-Opfern

»Wir dulden es nicht länger, dass aus dem Leid der NS-Opfer Profit geschlagen wird«, sagt NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)

 12.06.2026

Ankara

Erdoğan vergleicht Netanjahu erneut mit Hitler

»Wer Hitlers Weg folgt, sollte nicht vergessen, dass sein Schicksal dem anderer Tyrannen in der Geschichte gleichen wird«, erklärt der türkische Präsident in Richtung des israelischen Regierungschefs

 12.06.2026