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Vereinsverbot, Runder Tisch, Frankreich

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Foto: imago images/Christian Spicker

Vereine verboten
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat drei Vereine verboten, die in Deutschland Geld für eine Stiftung der pro-iranischen Terrororganisation Hisbollah im Libanon gesammelt haben sollen. Wie der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, mitteilte, wurde das bereits am 15. April ausgesprochene Verbot der Vereine »Deutsche Libanesische Familie«, »Menschen für Menschen« und »Gib Frieden« am Mittwoch mit Durchsuchungen und Beschlagnahmungsmaßnahmen in Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz vollzogen. Über möglichen Widerstand wurde zunächst nichts bekannt. »Wer den Terror unterstützt, wird in Deutschland nicht sicher sein«, sagte Seehofer, wie sein Sprecher auf Twitter mitteilte. »Egal, in welchem Gewand seine Unterstützer in Erscheinung treten, sie werden in unserem Land keinen Rückzugsort finden«, fügte der Minister hinzu, der sich aufgrund einer Corona-Infektion aktuell in häuslicher Quarantäne befindet. Die drei verbotenen Vereine sollen Spendengelder gesammelt und Patenschaften für »Märtyrer-Familien« der Hisbollah vermittelt haben. Ziel der Vereine sei es gewesen, den Kampf der Hisbollah gegen Israel zu fördern, was gegen den Gedanken der Völkerverständigung verstoße, hieß es aus dem Ministerium. Denn die Gewissheit, dass die Hinterbliebenen im Falle ihres Todes finanziell unterstützt würden, erhöhe die Bereitschaft junger Hisbollah-Anhänger, sich am Kampf gegen Israel zu beteiligen. Im letzten veröffentlichten Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz wurde das Personenpotenzial der Hisbollah hierzulande auf rund 1050 Personen geschätzt. Innenminister Seehofer hatte die Hisbollah im März 2020 mit einem Betätigungsverbot belegt. dpa

Runder Tisch
Der Berliner »Runde Tisch gegen antisemitische Gewalt« fordert ein Betätigungsverbot der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) und ihres deutschen Unterstützungsnetzwerks. Die PFLP sei eine extremistische Organisation mit israelfeindlichem Antisemitismus, erklärte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch. Sowohl die EU als auch die USA listeten sie als Terrororganisation. »Es wird Zeit, dass das auch durch den Bundesinnenminister vollzogen wird. Auch die Hamas sollte stärker in den Blick genommen werden«, sagte Geisel. Der »Runde Tisch« war am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, um über die antisemitischen Vorfälle und gewaltsamen Übergriffe auf Demonstrationen am vergangenen Wochenende zu beraten. Laut Innensenator hat die Auswertung der Versammlungslage ergeben, dass auch PFLP-Aktivisten und Mitglieder von Unterstützungsnetzwerken unter den Organisatoren und Teilnehmern waren. epd

Frankreich: Keine Nahost-Demos
Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin lässt geplante »Nahost-Demonstrationen« in Paris verbieten. 2014 sei die öffentliche Ordnung massiv gestört worden, teilte Darmanin am vergangenen Donnerstag via Twitter als Begründung mit. Tausende Menschen hatten vor sieben Jahren gegen die damalige israelische Reaktion auf die anhaltenden Terrorangriffe aus dem Gazastreifen demonstriert. Bei Ausschreitungen attackierten Randalierer auch eine Synagoge und jüdische Geschäfte. Er habe den Pariser Polizeipräfekten angewiesen, die Demonstrationen am Samstag zu untersagen, so Darmanin. Auf die Demonstrationen ging er nicht weiter ein. Die Präfekten seien als oberste Vertreter des Zentralstaates in den einzelnen Regionen aufgefordert worden, besonders wachsam zu sein. dpa/ja

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026