Arlington (Virginia)

USA genehmigen Milliardenauftrag: Neue F-15-Kampfjets für Israel

Eine F-15 der Israelis auf der Luftwaffenbasis Tel Nor Foto: copyright (c) Flash90 2024

Die Vereinigten Staaten haben Israel den Kauf weiterer moderner Kampfjets genehmigt. Das Pentagon in Arlington (Bundesstaat Virginia) teilte mit, der Flugzeughersteller Boeing habe einen Auftrag im Umfang von 8,6 Milliarden Dollar erhalten, um neue F-15IA-Jets für die israelische Luftwaffe zu produzieren. Die Entscheidung fiel kurz nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Florida.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums umfasst der Vertrag die Entwicklung, Integration, Erprobung, Produktion und Lieferung von zunächst 25 neuen Maschinen. Zudem besteht eine Option auf weitere 25 Jets. Bei der F-15IA handelt es sich um eine speziell für Israel entwickelte Variante des modernen F-15EX-Kampfjets, der neuesten Ausbaustufe des seit Jahrzehnten genutzten Modells.

Die F-15 gilt als Rückgrat der israelischen Luftwaffe und kam in den vergangenen zwei Jahren intensiv bei Einsätzen gegen Ziele im Iran, gegen die Huthi-Miliz im Jemen sowie gegen die Hisbollah im Libanon zum Einsatz. Bereits im November hatte Israel einen Vertrag über 25 F-15IA-Jets im Wert von 5,2 Milliarden Dollar unterzeichnet, deren Auslieferung ab 2031 in jährlichen Tranchen beginnen soll. Mit dem nun angekündigten Zusatzauftrag würde sich die Gesamtzahl der neuen Maschinen auf 50 erhöhen. Zusätzlich betreibt die israelische Luftwaffe derzeit 66 weitere F-15-Varianten.

F-35 für Erdogan

Parallel dazu sorgte US-Präsident Trump mit Äußerungen zu einem möglichen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei für Aufmerksamkeit. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu erklärte Trump, seine Regierung prüfe einen entsprechenden Deal »sehr ernsthaft«. Die Türkei war 2019 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen worden, nachdem Ankara russische Luftabwehrsysteme gekauft hatte.

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Trump verwies auf sein gutes persönliches Verhältnis zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und versuchte, israelische Sorgen zu zerstreuen. Erdogan sei »ein sehr guter Freund«, sagte Trump und fügte hinzu: »Ich verspreche, sie werden diese Flugzeuge niemals gegen Israel einsetzen.« Erdogan pflegt Kontakte zur palästinensischen Terrororganisation Hamas und macht keinen Hehl aus seinem Hass auf Israel.

Der jüdische Staat hatte in der Vergangenheit wiederholt Bedenken gegen mögliche Lieferungen hochmoderner US-Waffensysteme an Staaten der Region geäußert, um seinen militärischen Vorsprung zu wahren. Derzeit ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, das über F-35-Jets verfügt. Die israelische Luftwaffe betreibt 45 dieser Tarnkappenflugzeuge, weitere 30 sind bestellt.

Zuletzt hatte Trumps Ankündigung, auch Saudi-Arabien mit F-35-Jets auszustatten, in Israel für Unruhe gesorgt. US-Regierungsvertreter und Militärexperten betonten jedoch gegenüber Reuters, dass die für Riad vorgesehenen Maschinen technisch weniger leistungsfähig sein sollen als jene, die von der israelischen Luftwaffe eingesetzt werden. im

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