Brüssel

NATO geht von iranischem Beschuss auf die Türkei aus

Das NATO-Hauptquartier in Brüssel Foto: picture alliance / photothek

Die NATO geht davon aus, dass der Iran absichtlich eine Rakete auf das Bündnismitglied Türkei abgefeuert hat. »Wir verurteilen, dass der Iran die Türkei ins Visier nimmt«, teilte NATO-Sprecherin Allison Hart mit. Sie betonte, die NATO stehe fest an der Seite aller Bündnispartner und verwies auf die Unterstützung im Bereich der Luftverteidigung und Raketenabwehr.

Ein NATO-Abwehrsystem hatte am Nachmittag eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete in der türkischen Grenzregion abgefangen. Das ballistische Geschoss war nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak. Ein Teil der Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie Fläche, es gab keine Verletzten. 

Dass die NATO zur Konfliktpartei wird, gilt trotz des Raketenbeschusses der Türkei als äußerst unwahrscheinlich. Generalsekretär Mark Rutte hatte am Dienstag in einem Interview des ARD-Studios Brüssel zur Frage nach einer möglichen Bündnisbeteiligung an dem Krieg gesagt, es gebe absolut niemanden, der glaube, dass die NATO daran beteiligt werde.

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»Das ist Iran, das ist der Golf, das ist außerhalb des NATO-Gebiets«, erklärte er mit Blick auf den Geltungsbereich der Beistandsklausel des Bündnisses. Hinzu kommt, dass alle Mitgliedstaaten einem Bündniseinsatz zustimmen müssten.

Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den Iran neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Er warnte, der Nahe Osten, könnte zu einem »Feuerring« werden, sollte der Konflikt nicht eingedämmt werden.

In der Türkei sind auch US-Soldaten stationiert. Der wichtigste NATO-Luftwaffenstützpunkt im Land ist in Incirlik in der südtürkischen Provinz Adana. Nach US-Angaben sind dort rund 1.500 Militärangehörige stationiert. Der Stützpunkt gilt als wichtiges Drehkreuz für die NATO in der Region. dpa

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