Soziale Medien

Plattform X verschärft Regeln für KI-Kriegsvideos

Foto: picture alliance / Joko

Die Social-Media-Plattform X reagiert auf die Flut manipulierten Bildmaterials aus aktuellen Kriegsgebieten und verschärft ihre Richtlinien. Künftig müssen Nutzer, die mit künstlicher Intelligenz erzeugte Videos von bewaffneten Konflikten veröffentlichen, dies klar kennzeichnen. Andernfalls drohen Sanktionen.

Angekündigt wurden die Änderungen von Produktchef Nikita Bier. »In Zeiten des Krieges ist es entscheidend, dass Menschen Zugang zu authentischen Informationen vor Ort haben. Mit den heutigen KI-Technologien ist es trivial, Inhalte zu erstellen, die Menschen in die Irre führen können«, schrieb er. Amerikanische Medien wie »Fox Business« berichteten.

Konkret betrifft die Neuregelung das sogenannte Creator-Revenue-Sharing-Programm, über das reichweitenstarke Accounts Werbeeinnahmen erzielen können. Wer ein KI-generiertes Kriegsvideo ohne entsprechenden Hinweis verbreitet, wird für 90 Tage von der Monetarisierung ausgeschlossen. Bei einem weiteren Verstoß folgt der dauerhafte Ausschluss aus dem Programm.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch die für Israelhass und Antisemitismus kritisierte UN-Berichterstatterin Francesca Albanese teilte ein KI-generiertes Bild, das angeblich getötete Mädchen im Iran zeigt.
Keine Konsequenzen für Mehrheit

Nach Angaben Biers soll X entsprechende Inhalte entweder über Community Notes identifizieren – ein Nutzerhinweissystem zur Kennzeichnung irreführender Beiträge – oder über Metadaten und andere technische Signale, die auf den Einsatz generativer KI-Tools hinweisen.

Die Maßnahme trifft allerdings nur Konten, die am Einnahmeprogramm teilnehmen. Für die große Mehrheit der Nutzer hat das Posten manipulierten Materials somit zunächst keine direkten Konsequenzen. Auch KI-generierte Fotos fallen nicht unter die neue Regelung.

Seit Ausbruch des Krieges mit dem Iran kursieren auf X zahllose täuschend echt wirkende Fälschungen. Ein Video, das einen angeblich massiven Raketenbeschuss auf Tel Aviv zeigen soll, wurde millionenfach angesehen, obwohl es sich um eine KI-Produktion handelt.

Lesen Sie auch

Albanese teilt Fälschung

Ebenso verbreiteten sich manipulierte Bilder getöteter iranischer Mädchen. Selbst offizielle Stellen und bekannte Persönlichkeiten teilten entsprechende Inhalte weiter – darunter die UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinenser, Francesca Albanese.

Mit der neuen Regelung versucht X, zumindest im monetarisierten Bereich einen Anreiz zur Transparenz zu schaffen. Bier kündigte an: »Wir werden unsere Richtlinien und Produkte weiter verfeinern, um sicherzustellen, dass X in diesen entscheidenden Momenten vertrauenswürdig bleibt.« im

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026