Nach Antisemitismusvorwürfen bemüht sich die Linke um Kontakt zu jüdischen Organisationen. Ein Beschluss des Potsdamer Parteitags beauftragt den Parteivorstand, den Austausch mit jüdischen Vereinen und Verbänden zu suchen und Austauschformate auszubauen.
In dem Beschluss bezeichnet sich die Linke als »Partnerin an der Seite von Jüdinnen und Juden im Kampf gegen jeden Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens«. Angriffe auf Jüdinnen und Juden, Synagogen und jüdische Einrichtungen werden verurteilt.
Die Partei nehme Ängste und Sorgen ernst, heißt es weiter. »Die Zusammenarbeit mit Vereinigungen oder Personen, die solche Taten rechtfertigen oder relativieren, ist für uns als Partei ausgeschlossen.«
Zentralrat der Juden hat Linkspartei scharf kritisiert
Die Partei sieht sich immer wieder mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert, vor allem mit Blick auf die Haltung zum Nahost-Konflikt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warf der Linke im März vor, Antisemitismus »ein Zuhause« zu bieten. Ein häufig genannter Kritikpunkt an der Partei ist, dass sie nicht konsequent gegen Antisemiten und radikale Israelfeinde in den eigenen Reihen vorgeht.
Am Freitag hatte der Parteitag in Potsdam erstmals beschlossen, das israelische Vorgehen im Gazakrieg offiziell als »Völkermord« zu bezeichnen - eine Wertung, die die israelische Regierung und zahlreiche Experten zurückweisen. Auch dieser Beschluss betonte, man wolle »jüdisches Leben in all seiner Vielfalt in Deutschland schützen«. dpa/ja