Meinung

Die Tür zum Frieden öffnen

Sabine Brandes Foto: privat

Meinung

Die Tür zum Frieden öffnen

Sabine Brandes hofft, dass der Krieg mit dem Iran trotz seiner Schrecken die Region am Ende friedlicher machen wird

von Sabine Brandes  04.03.2026 13:46 Uhr

Krieg ist niemals gut. Er zerstört Leben, Gesundheit und jede Gewissheit. Und doch zwingt die Realität des Nahen Ostens dazu, eine für viele im Westen kaum erträgliche Wahrheit auszusprechen: dass militärische Gewalt manchmal den Weg zu etwas Besserem ebnen kann. Lange galten Warnungen vor der iranischen Atombombe als überzogen. Auch die Drohungen des Regimes in Teheran gegen Israel wurden gern als ritualisierte Rhetorik abgetan. Doch spätestens das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 machte auf grausame Weise klar, dass die Vernichtungsdrohung keine Metapher war, sondern politisches Programm.

Der zwölftägige Krieg mit dem Iran im Juni 2025 wurde zum nächsten Weckruf. Nicht nur das Atomprogramm rückte ins Zentrum, sondern ein gewaltiges Raketenarsenal, das über Jahre nahezu unbeachtet gewachsen war. Die Bedrohung war plötzlich konkret – und Angst wurde zum Alltag.

Staaten, die Israel lange mit Misstrauen begegneten, entdecken gemeinsame Sicherheitsinteressen.

Bedeutet dies, dass Israel und die USA aus rein altruistischen Motiven handelten, als sie den Iran angriffen? Natürlich nicht. Sowohl der israelischen Regierung als auch dem Weißen Haus kommt dieser Krieg innenpolitisch äußerst gelegen. Den Menschen auf allen Seiten kommt er teuer zu stehen. Nichts daran ist triumphal.

Und dennoch zeichnet sich eine Entwicklung ab, die bis vor Kurzem undenkbar schien: Das Mullah-Regime steht zunehmend isoliert da. Mit Angriffen auf arabische Staaten überschritt Teheran regionale rote Linien und schuf neue Gegner. Staaten, die Israel lange mit Misstrauen begegneten, entdecken gemeinsame Sicherheitsinteressen.

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Aus der Konfrontation könnte so eine ganz neue regionale Ordnung entstehen. Eine, die auch das iranische Volk einschließt, das hoffentlich bald ohne Isolation und Repression in Freiheit leben kann. Krieg bleibt eine Tragödie. Entscheidend ist, dass sein Preis nicht umsonst gezahlt wird. Er muss das Ende des iranischen Terrors gegen Israel bedeuten – und die Tür zu echtem Frieden in Nahost öffnen.

Die Autorin ist Israel-Korrespondentin der Jüdischen Allgemeinen.

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