Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Consolidated News Photos

US-Präsident Donald Trump hat ein rasches Ende des Krieges gegen den Iran in Aussicht gestellt und zugleich klargemacht, dass ein Abkommen aus seiner Sicht nicht zwingend erforderlich ist. In Washington sagte er, die USA könnten ihre militärische Operation »in zwei oder drei Wochen« abschließen. Entscheidend sei allein, dass Teheran dauerhaft keine Atomwaffen entwickeln könne – »ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«.

Gleichzeitig betonte Trump, die Vereinigten Staaten würden sich »sehr bald« aus dem Konflikt zurückziehen. Er zeigte sich überzeugt, dass Iran nach den Angriffen für Jahre nicht in der Lage sein werde, eine Atombombe zu bauen. Selbst verbliebene Vorräte angereicherten Urans bereiteten ihm keine Sorgen, da diese »tief vergraben« seien.

Trotz der Ankündigung eines möglichen baldigen Rückzugs verstärken die USA weiterhin ihre militärische Präsenz in der Region. Nach Angaben des Pentagon wurden bereits mehr als 11.000 Angriffe auf Ziele im Iran geflogen, zudem laufen offenbar auch Einsätze mit Langstreckenbombern unter Nutzung der erreichten Lufthoheit.

Bedrohungen vermindert

Trump ließ offen, ob die Kämpfe tatsächlich zeitnah enden – und ob der Iran einem einseitigen Ende der US-Angriffe folgen würde. Zugleich deutete er an, dass eine Einigung weiterhin möglich sei: Teheran wolle einen Deal »mehr als ich« .

Der Präsident kündigte außerdem eine Fernsehansprache an die Nation an, in der er den aktuellen Stand des Krieges erläutern will. Diese ist für heute Abend US-Ostküstenzeit vorgesehen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellte unterdessen die bisherigen militärischen Erfolge noch deutlicher heraus. In einer Videobotschaft erklärte er, man habe die Fähigkeit des iranischen Regimes zur Produktion von Atomwaffen »zerschlagen«. Israel habe zwei existenzielle Bedrohungen vermindert: das Atomprogramm und die massenhafte Produktion ballistischer Raketen.

Sturz des Regimes

Netanjahu sprach von weitreichenden Schäden an der militärischen und industriellen Infrastruktur des Iran. Investitionen in Höhe von »einer Billion Dollar« in Raketen, Urananreicherung und regionale Verbündete seien »den Bach runtergegangen«. Zugleich prognostizierte er den Sturz des Regimes – eine Einschätzung, die über Trumps Darstellung hinausgeht.

Lesen Sie auch

Parallel verschärfte Trump den Ton gegenüber europäischen Verbündeten, die sich nicht militärisch an dem Konflikt beteiligen. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er Länder wie Großbritannien und Frankreich auf, sich selbst um ihre Energieversorgung zu kümmern. Staaten, die unter den Folgen der Blockade der Straße von Hormus litten, sollten sich ihr Öl notfalls »einfach selbst holen«.

Die Äußerungen sorgten für zusätzliche Spannungen im transatlantischen Verhältnis. Frankreich hatte zuvor israelischen Flugzeugen den Überflug mit militärischer Fracht untersagt, während Spanien seine Unterstützung für US-Militäraktionen eingeschränkt hatte. Mehrere europäische Regierungen betrachten den Krieg als völkerrechtswidrig.

Mehr Verantwortung

Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte Verbündete auf, mehr Verantwortung zu übernehmen – insbesondere beim Schutz der strategisch wichtigen Meerenge.

Derweil brachten China und Pakistan einen Vorschlag für eine sofortige Waffenruhe ins Spiel. Das gemeinsame Papier sieht Gespräche zwischen Washington und Teheran sowie eine Öffnung der Straße von Hormus vor. Ein UN-gestütztes Abkommen soll demnach langfristig für Stabilität sorgen.

Aus dem Weißen Haus hieß es, man lehne die Initiative nicht grundsätzlich ab. Trump selbst bestätigte, dass Gespräche über ein Ende des Krieges im Gange seien.

Wirtschaftlicher Druck

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts werden zunehmend spürbar. Steigende Energiepreise belasten sowohl die USA als auch Europa. International wächst die Sorge vor einem massiven Angebotsschock auf dem Ölmarkt.

Irans Präsident Masoud Pezeshkian signalisierte grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, knüpfte ein Ende der Kampfhandlungen jedoch an Bedingungen – insbesondere an Garantien, dass sich ein solcher Konflikt nicht wiederholt. im

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  20.06.2026

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026