Berlin

Trauer um Chamenei in Berliner Moschee

Die Imam-Riza-Moschee in Berlin (Archivfoto) Foto: picture alliance / REUTERS

Nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei sind die Reaktionen weltweit unterschiedlich ausgefallen. Während in Teilen des Iran Menschen den Tod des 86-Jährigen feierten, kam es in Berlin zu einer Trauerveranstaltung. In der Imam-Riza-Moschee im Bezirk Neukölln wurde des Ayatollahs gedacht. »Bild« berichtete.

Auf dem Gelände der Moschee hingen mehrere Traueranzeigen, in denen der getötete Geistliche als Märtyrer bezeichnet wurde. Auf den Aushängen war unter anderem der Satz zu lesen: »Wahrlich, wir gehören Gott, und zu Ihm kehren wir zurück.« Die Texte waren sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch verfasst. Die schiitische Moschee gilt als dem Iran nahestehend und wird vor allem von schiitischen Türken besucht.

Als ein Reporter vor Ort nach den Hintergründen der Trauerbekundungen fragte, kam es zu einer angespannten Situation. Nach Angaben der Zeitung alarmierte eine Frau mit Kopftuch den Hausmeister, der wiederum telefonisch einen Mann kontaktierte. Am Telefon wurde der Reporter aufgefordert: »Verlassen Sie schnell das Gelände, seien Sie besser nicht mehr da, wenn ich komme.«

Trauerfeier und Gegendemonstration

Später erschien ein etwa 60 Jahre alter Mann, der zunächst erklärte: »Ich möchte eigentlich nichts dazu sagen.« Schließlich deutete er an, dass Chamenei für viele Schiiten ein religiöses Oberhaupt gewesen sei und man deshalb für ihn bete.

Bereits am Vorabend hatte in der Moschee eine Gedenkveranstaltung stattgefunden. Nach Angaben vor Ort nahmen etwa hundert Menschen daran teil. Vor dem Gebäude versammelten sich gleichzeitig rund 200 Demonstranten, die gegen das iranische Regime protestierten. Sie riefen auf Persisch: »Chamenei, Du Tyrann, wir haben es geschafft, Dich unter die Erde zu bringen.«

Im Inneren der Moschee ist laut »Bild« ein religiöser Leitspruch des schiitischen Islam zu sehen: »Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbala.« Der Satz erinnert an die Schlacht von Kerbela im Jahr 680, bei der Husain ibn Ali, ein Enkel des Propheten Mohammed, getötet wurde. ja

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