Staatsbürgerschaft

Berlin entzieht Palästinenser den Pass

Foto: picture alliance / Sipa USA

Ein in Berlin eingebürgerter Palästinenser verliert seinen deutschen Pass. Die Berliner Behörden reagieren damit auf öffentliche Sympathiebekundungen für die Terrororganisation Hamas, die der Mann kurz nach seiner Einbürgerung in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte. Das berichtet »Bild« unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Nach Angaben des Landesamts für Einwanderung hatte der Betroffene vier Wochen Zeit, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Nun sei die Entscheidung gefallen: Die Einbürgerung werde rückgängig gemacht, der entsprechende Bescheid soll dem Mann in den kommenden Tagen zugestellt werden. Damit wird auch sein deutscher Pass eingezogen.

Lesen Sie auch

Der Fall hatte für besonderes Aufsehen gesorgt, weil der frisch Eingebürgerte nur einen Tag nach Erhalt des Passes auf Instagram ein Foto zweier Hamas-Kämpfer mit der Bildunterschrift »Heros of Palestine« (»Helden von Palästina«) und einem grünen Herz veröffentlicht hatte. Zudem soll er laut »Bild« nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 mehrfach an israelfeindlichen Demonstrationen teilgenommen haben und dabei von der Polizei abgeführt worden sein.

Bei Einbürgerungen wird der Verfassungsschutz normalerweise intensiv eingebunden. Laut Staatsangehörigkeitsgesetz müssen sich Antragsteller klar zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zum Schutz jüdischen Lebens bekennen. Im vorliegenden Fall werten die Behörden die Instagram-Posts in Verbindung mit der zuvor abgegebenen Loyalitätserklärung als Täuschung.

Das Gesetz erlaubt es seit 2009, Einbürgerungen rückgängig zu machen, wenn sie durch Falschangaben oder arglistiges Verhalten erwirkt wurden. 2019 wurde die Frist für solche Entscheidungen auf zehn Jahre verlängert. Bundesweit wurden seit 2015 mehr als 1200 Einbürgerungen nachträglich aufgehoben. im

Meinung

Wo bleibt Deutschlands Unterstützung für die protestierenden Iraner?

Bisher äußerte sich der Bundeskanzler schmallippig zu den Protesten gegen die Mullahs. Es wird Zeit, dass er aus Europa Druck auf die Mullahs macht

von Saba Farzan  11.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Proteste im Iran und die blamable Berichterstattung von ARD und ZDF

Die Mullahs sollen weg, der Schah soll kommen: Dafür hat die Linke gerade keine Erklärung parat - und mit ihr auch nicht die links geprägten Redaktionen des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks

von Christoph Lemmer  10.01.2026

Berlin

»Das Mullah-Regime muss jetzt fallen«

Zentralrat der Juden: Es braucht ein Ende der Zurückhaltung gegenüber Teheran - und ein klares politisches Signal aus Deutschland

 09.01.2026

Fernsehen

Jüdische Journalisten kritisieren Verpixelung von »Bring them Home!«-Kette

Der Verband JJJ fordert: Die »unpolitische, rein humanitäre Forderung« auf der Plakette eines Kochs muss sichtbar sein

 09.01.2026

Potsdam

Beauftragter gegen Judenhass: »Ich sehe nicht ein, mich verschrecken zu lassen«

Noch in der Tatnacht habe seine Familie ihn darin bestärkt, seine Arbeit fortzusetzen, so Andreas Büttner. »Sie haben mir gesagt, ich müsse weitermachen. Eigentlich sogar noch lauter werden«

 09.01.2026

Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

»Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«, sagt Mike Huckabee

 09.01.2026

Kommentar

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Berlin/Kloster Seeon

Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Hass

Seit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten ist Antisemitismus vielerorts explodiert. Zentralratspräsident Schuster sieht den deutschen Rechtsstaat dagegen schlecht aufgestellt

 09.01.2026