Einspruch

Statt reden endlich handeln

Rabbiner Andreas Nachama Foto: Gregor Zielke

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. In der hebräischen Bibel stand am Anfang nicht das Wort, sondern das Han-
deln. Wiewohl Gott dann sagte: »Es werde Licht«, und dann ward es Licht.

Am Anfang der Krise um die Geflüchteten steht das Wort der Kanzlerin: »Wir schaffen das!« Was dann folgte, war ein grandioses Handeln – nicht der Regierenden, sondern der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Willkommenskultur. Aber die Regierenden in Bund, Land und Kommunen schafften dann nichts als unerträgliche Massenquartiere und unendliche Schlangen vor den Ämtern.

aufenthaltsrechte Sie schafften ja nicht einmal, von den Abzuschiebenden diejenigen außer Landes zu bringen, die als (verurteilte) Straftäter ihre Aufenthaltsrechte verwirkt haben. So kommt es aus dieser Gruppe am Breitscheidplatz in Berlin, in Chemnitz und andernorts zu Terror, Mord und Totschlag.

Der Bundesinnenminister verschleißt sich in Wortgefechten mit der Kanzlerin, die vermeintliche »Alternative« macht sich gemein mit Pöblern und Neonazis. Und die Wähler sagen: Handelt jetzt! Die SPD antwortet mit Rentenkonzepten für 2040. Dabei unterscheidet sich Regierung von Opposition fundamental, denn sie hat das Mandat zum Handeln und nicht nur zum Reden. Zentralratspräsident Josef Schuster resümiert, es sei fünf nach zwölf.

Wir Juden sind in den Tagen der Buße und Umkehr. »Umkehren« wäre das Richtige für die Regierung! Statt reden endlich handeln! Ein Tisch bei der Kanzlerin mit den Handelnden aus Bund, Ländern und den betroffenen Kommunen, um aus der großen Gruppe der Ausreisepflichtigen über alle Verwaltungsgrenzen hinweg zunächst wenigstens diejenigen zur Abschiebung zu bringen, die als verurteilte Straftäter ihr Aufenthaltsrecht verwirkt haben, das heißt, das staatliche Gewaltmonopol durch schaffendes Handeln zu belegen: Dann werden die Wähler wieder Vertrauen fassen, ja, dann kommt Licht!

Der Autor ist Rabbiner der Berliner Synagogengemeinde Sukkat Schalom.

In eigener Sache

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