London

Sicherheitsbedenken: British Museum verschiebt Vortrag über das antike Israel

Das British Museum Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Das British Museum in London hat kurzfristig eine ursprünglich für heute angekündigte Vorlesung unter dem Titel »Ancient Israel and Judah« verschoben.

Der Vortrag sollte im Rahmen des jüdischen Kulturmonats stattfinden und von Paul Collins, dem Leiter der Nahost-Abteilung des Museums, gehalten werden. Die Institution begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken und verwies darauf, dass man Hinweise erhalten habe, wonach ein erheblicher Teil der angemeldeten Teilnehmer die Veranstaltung stören wollte.

In einer offiziellen Mitteilung hieß es, man habe die Entscheidung getroffen, »um die Veranstaltung zu schützen – nicht, um sie abzuwerten«. Zugleich wurde betont: »Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung verschoben wurde. Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten.«

»Ernsthafte Fragen«

Aus einer vom britischen Oberhausmitglied David Wolfson veröffentlichten Nachricht des Museums geht zudem hervor, dass die Absage konkret mit »Sicherheitsbedenken« begründet worden sei. Wolfson, der selbst dem House of Lords angehört und der konservativen Opposition als Schatten-Generalstaatsanwalt dient, kritisierte die Entscheidung deutlich.

Lesen Sie auch

Er warnte vor den Konsequenzen für staatlich finanzierte Einrichtungen, wenn diese unter Druck bestimmte Inhalte nicht mehr präsentieren. »Wenn öffentlich finanzierte Institutionen solche Veranstaltungen nicht durchführen können, ohne dem Druck nachzugeben, wirft das ernsthafte Fragen zur Finanzierung auf«, schrieb er.

Auch aus Israel kam deutliche Kritik. Ein Sprecher der israelischen Botschaft in London sprach von einem »schändlichen« Vorgang. »Es ist beschämend, dass historische und akademische Wahrheiten durch eine groteske, gewaltsame Druckkampagne unterdrückt werden«, erklärte er. Zudem betonte er: »Diejenigen, denen man eigentlich absagen sollte, sind die gewalttätigen Kriminellen, die mit Aktionen drohen.«

Der israelnahe Bildungs- und Aktivistenkreis StandWithUs Israel sprach ebenfalls von einem gefährlichen Präzedenzfall. Dessen Vertreter Michael Dickson erklärte: »Jüdische Geschichte wird von Extremisten angegriffen«, und warf dem Museum vor, dem Druck nachgegeben zu haben. Das British Museum habe damit kapituliert. im

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

 07.09.2026

Sachsen-Anhalt

Wagenknecht äußert sich zur Zusammenarbeit mit der AfD

Die Hintergründe

 07.09.2026

Washington D.C.

»Gut gemacht!«: Elon Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph

Der Milliardär und Tech-Unternehmer ist seit langem als AfD-Sympathisant bekannt. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt verzückt ihn. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht ihm sogleich ein Angebot

 07.09.2026

Parteien

Was Markus Söder der CDU nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt rät

 07.09.2026

Berlin

»Death to Israel!«: Angriff auf FDP-Mitglieder

Im Stadtteil Charlottenburg beschimpften israelfeindliche Demonstranten FDP-Politiker, die nach ihrem Sommerfest mit dem Abbau beschäftigt waren

von Imanuel Marcus  07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Kommentar

Und nun?

Bloße Empörung über den Wahlsieg der rechtsextremen AfD ist billig und wohlfeil. Es sollte endlich auch über die Gründe ihrer Popularität gesprochen werden. Die Parteien der Mitte müssen endlich aufwachen

von Philipp Peyman Engel  07.09.2026

Magdeburg

BSW würde AfD ins Ministerpräsidentenamt verhelfen

Die Hintergründe

 07.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

»Wind der Freiheit« oder »Schock«: Globales Echo auf Wahl

Der AfD-Erfolg sorgt international für sehr unterschiedliche Reaktionen und hitzige Debatten

 07.09.2026