Schwielowsee

Shlomo Afanasev ist erster orthodoxer Militärrabbiner für Berlin und Brandenburg

Militärbundesrabbiner Zsolt Balla (r.) überreicht den Tallit, den jüdischen Gebetsmantel, sowie Segen der Orthodoxen Rabbinerkonferenz an Rabbiner Shlomo Afanasev im Amt des Militärrabbiners während einer Feierstunde in der Henning-von-Tresckow-Kaserne. Foto: picture alliance/dpa

Die Bundeswehr in Berlin und Brandenburg wird künftig von einem orthodoxen Militärrabbiner begleitet. Shlomo Afanasev wurde am Dienstag im Operativen Führungskommando in Schwielowsee feierlich in sein Amt eingeführt. Er sei der erste orthodoxe Rabbiner bei der Bundeswehr, sagte eine Sprecherin der Bundeswehr. Es gebe allerdings bereits einen liberalen Rabbiner.

Eine Kernaufgabe Afanasevs wird künftig die Seelsorge der Soldaten sein. Er sei nicht nur für jüdische Soldaten zuständig, sagte Afanasev. Es gehe darum, den Soldaten in schwierigen Situationen ein offenes Ohr zu schenken. Ab dem kommenden Jahr werde er deshalb auch bei Auslandseinsätzen dabei sein. Der Reiz bestehe darin, einer der ersten Militärrabbiner zu sein. »Wenn ich in eine Kaserne komme, bin ich häufig der erste Jude, den die Soldaten gesehen haben.«

Lesen Sie auch

In Deutschland gibt es sieben Militärrabbiner. Der erste von ihnen ist der orthodoxe Rabbiner Zsolt Balla, der sein Amt im Juni 2021 angetreten hat. Grundlage der jüdischen Militärseelsorge ist ein Staatsvertrag von 2019 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden. Es gehe um die Sichtbarkeit der Juden und die Verwurzelung jüdischen Lebens in einer zentralen Einrichtung Deutschlands, sagte Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. dpa/ja

Wirtschaft

Weiter wenig Schiffsverkehr durch Straße von Hormus

Vor dem Krieg passierten täglich Hunderte Schiffe die Meerenge. Dann kam der Verkehr weitgehend zum Erliegen, weil der Iran Reedern drohte. Kommt nach der Einigung mit den USA ein Aufschwung?

 18.06.2026

Interview

»Die Anständigen sind zu leise«

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) über Antisemitismus, wachsende Zustimmung zur AfD und die Rolle sozialer Medien

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren angeblichen Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Bremen

Acht Meter breite Parolen an Schulen gesprüht

Unbekannte haben zwei Schulzentren im Bremer Stadtteil Walle mit großflächigen Farbschmierereien beschädigt. Sie schrieben unter anderem »FCK ISRAEL« und »Free Palestine«

 18.06.2026

Rias-Antisemitismusbericht

Bitterer Alltag

Manchmal sind es Gesten, manchmal Pöbeleien, manchmal übelste Drohungen und Gewalt: Jüdinnen und Juden erleben in Deutschland täglich Feindseligkeit. Was tut die Gesellschaft?

von Verena Schmitt-Roschmann  18.06.2026

G7-Gipfel

Trump unterzeichnet Rahmenabkommen zwischen USA und Iran in Versailles

Überraschend unterschrieb der US-Präsident Donald Trump das Abkommen mit dem Iran bereits am Mittwoch an dem historischen Ort

 18.06.2026 Aktualisiert

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

G7-Gipfel

Trump verteidigt Iran-Abkommen und kritisiert Israels Vorgehen

Zwar habe der jüdische Staat das Recht, sich zu verteidigen. Gleichzeitig gehe das Land nach seiner Auffassung mitunter unverhältnismäßig vor, so der amerikanische Präsident

 18.06.2026

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026