Meinung

Schweigen im Ländle

Heile Welt in Göppingen Foto: goeppingen.de

Meinung

Schweigen im Ländle

Die Junge Union Göppingen und ihr Strategiepapier

von Katrin Richter  07.06.2010 16:33 Uhr

Zugegeben: sich die Frau an den Herd zurück zu wünschen, Angst vor Ausländern zu haben oder gleichgeschlechtliche Ehen abzulehnen, ist schon hochgradig konservativ. Aber das, was die Junge Union (JU) in Göppingen sich kürzlich auf ihre Fahne geschrieben hat, ist schlimmer. In ihrer Eislinger Erklärung, einem »Analyse- und Strategiepapier zur konservativen Erneuerung der CDU/CSU«, warnen die Nachwuchskräfte vor Überfremdung, vor NS-Moralkeulen oder vor Sünde an der Schöpfung. So etwas sei aber nicht rechtsextrem, behauptet Kai Steffen Meier, JU-Vorsitzender im Kreis Geislingen, sondern das seien Maximalforderungen. Und die dortige CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi kommentiert: »Eine Jugendorganisation darf Dinge anders sehen.« Klar darf sie das, aber muss sie deswegen gleich scharf rechts abbiegen? Ist das wirklich der Weg, den die Junge Union einschlägt? Eine Antwort gibt es bis jetzt noch nicht. Weder vom Bundesvorsitzenden der JU, Philipp Mißfelder, noch vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU). Sollte sich das nicht ändern, dann kann man für die Junge Union wohl nur noch schwarz sehen.

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