Meinung

Schwedens Irrglaube

Foto: Rolf Walter

Meinung

Schwedens Irrglaube

Die Wahl von Rechtsextremen ins Parlament zeigt: Auch der Wohlfahrtsstaat kann schlechte Integration nicht überdecken

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  20.09.2010 18:29 Uhr

Viel zu lange und viel zu selbstgefällig haben die Schweden darauf vertraut, ihr oft gepriesener Wohlfahrtsstaat würde und könnte alle Probleme automatisch regeln. Dieser Glaube entpuppte sich am Sonntag als Irrglaube. Denn der Einzug der rechtsextremen »Schwedendemokraten« ins Parlament ist eine Katastrophe. Und zwar eine mit Ansage. Bereits bei den vorangegangenen Wahlen hatten die Rechtspopulisten kontinuierlich an Stimmen zugelegt. Das war eine Entwicklung, vor der Parteien und Medien lieber die Augen verschlossen. Dabei ist genaues Hinschauen wichtig. Es wäre nämlich zu einfach, ja gefährlich, die Schwedendemokraten auf ein rechtspopulistisches Image zu reduzieren. So harmlos-bieder sie auch auftreten – im Kern ist die Partei ein Sammelbecken für aufpolierte Neonazis, die ihr Wählerpotenzial vor allem bei enttäuschten Sozialdemokraten finden. Schweden erfährt nun auf schmerzhafte Weise, dass es keine goldene Ausnahme mehr in Europa darstellt, sondern, wie manch anderes europäisches Land auch, mit den Folgen verfehlter Integrationspolitik zu kämpfen hat.

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026