Nachrichten

Rechtsextremisten, Studie, »Entjudung«

Anhänger der rechtsradikalen Partei Vox Foto: imago images / alterphotos

Rechtsextremisten in Spanien
Mit rund zehn Prozent der Wählerstimmen entsendet die rechtsradikale Partei Vox künftig 24 Abgeordnete ins spanische Parlament. Francisco Serrano, Vorsitzender in Andalusien, hatte unter anderem erklärt, Spanien sei unter Franco keine Diktatur gewesen.  ja

Hass-Cartoon in der »New York Times«
Die »New York Times« hat sich für eine Karikatur entschuldigt, die antisemitische Klischees enthält. Die Zeichnung zeigte US-Präsident Donald Trump als blinden Mann, der eine Kippa trägt und von Israels Premier Benjamin Netanjahu, dargestellt als Hund mit Davidstern am Halsband, geführt wird. Kritik an der Karikatur kam von Donald Trump wie auch von dem früheren Vizepräsidenten und demokratischen Kandidaten Joe Biden. »Die politische Karikatur beinhaltet antisemitische Ressentiments«, teilte die New York Times nun mit. »Sie war beleidigend. Es war eine falsche Entscheidung, sie zu veröffentlichen.«  ja

Mitte-Studie zu Rechtsextremismus
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine sogenannte »Mitte-Studie« vorgelegt: Zwar hielten es 86 Prozent der Deutschen für unerlässlich, dass die Bundesrepublik demokratisch regiert wird. Ein Drittel (35 Prozent) der Deutschen finde aber, dass zu viele Ausländer in Deutschland leben. Mehr als die Hälfte teile abwertende Einstellungen gegenüber Asylbewerbern. Die Jüngeren teilten rechtsextreme Einstellungen inzwischen im selben Maß wie Ältere, berichtete der Gewaltforscher Andreas Zick bei der Vorstellung. Erstmals seit Erhebung der Daten im Jahr 2006 wurde auch nach Verschwörungstheorien gefragt. 46 Prozent der Deutschen glaubten, geheime Organisationen hätten großen Einfluss auf politische Entscheidungen. Ein Drittel glaube, Politiker seien Marionetten »dahinterstehender Mächte«. Kritik an der Studie wurde von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und dem Historiker Götz Aly geäußert.  epd/ja

Kirche erinnert an »Entjudung«
Mit einem Mahnmal will die evangelische Kirche an die Gründung eines »Entjudungsinstituts« vor 80 Jahren in Eisenach erinnern. Das Werk des Leipziger Künstlers Marc Pethran solle »Schuldbekenntnis« sein und zum Gedenken an die Opfer von Antisemitismus aufrufen. Im Mai 1939 war das »Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« gegründet worden.  epd

Felix Klein zu Waffenrecht
Nach dem Attentat auf eine Synagoge in Kalifornien hat sich der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung für ein schärferes Waffenrecht in den USA ausgesprochen. »Wenn ein Täter vom Hass im Internet radikalisiert ist, kann er schneller als etwa in Deutschland und Europa ein Gewehr oder eine Pistole kaufen«, sagte Klein in einem Interview. Die Präsidentschaft von Donald Trump habe für ein verschärftes Klima in Politik und Gesellschaft gesorgt, so Klein. »Wir sehen in den USA das, was wir auch in Deutschland beobachten: Der Hass gegen Juden äußert sich enthemmter.« Klein warnte zudem vor möglichen negativen Folgen von Trumps Außenpolitik für Juden. Der US-Präsident lege einen sehr starken Fokus auf eine stark pro-israelische Politik. »Viele Menschen in Deutschland machen Juden hierzulande verantwortlich für die Politik der Netanjahu-Regierung in Israel«, sagte Klein. »Kritik an der israelischen Regierung ist leider oft genug nur verpackter Antisemitismus.«  dpa/epd

FDP: Gegen Antisemitismus
Die FDP hat auf ihrem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende in Berlin Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus gefordert. Meldestellen sollen weiter ausgebaut werden, historische Forschung und Wissensvermittlung sowie Bildung sollen gefördert und intensiviert werden. Auch die Lehrpläne der Schulen sollen überprüft werden. Die Themen Antisemitismus und Diskriminierung sollen im Lehramtsstudium und in der Beamtenausbildung behandelt und das geplante deutsch-israelische Jugendwerk solle endlich aufgebaut werden.  ja

Justiz

Fast 12.500 Strafverfahren zum Nahost-Konflikt in Berlin

Seit dem Terrorangriff auf Israel hat der Antisemitismus zugenommen. Keine Woche vergeht in Berlin ohne Demonstrationen zum Gaza-Krieg. Wie aufgeheizt die Stimmung ist, zeigen auch Zahlen der Justiz

 07.10.2026

Antisemitismus

Nach Angriff auf jüdischen Mann in Düsseldorf: Verdächtige ermittelt

Eine Woche nach dem Angriff auf einen deutschen Juden am Rheinufer in Düsseldorf hat die Polizei nun zwei Tatverdächtige ermittelt. Was bislang bekannt ist

 07.10.2026

Ukrainereise

Prien bei Gedenken in Babyn Jar: Erinnerung verpflichtet uns

Bundesfamilienministerin Prien ist in die Ukraine gereist. Am heutigen Dienstag sprach sie beim Gedenken an die ermordeten Juden in Babyn Jar. Sie betonte auch, Deutschland stehe weiter an der Seite der Ukraine

von Birgit Wilke  06.10.2026

Fokus

Aktionswochen gegen Antisemitismus gestartet - Zahlen zu Hochschulen

Die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus nehmen dieses Jahr die Lage an den deutschen Universitäten in den Blick. Die Amadeu-Antonio-Stiftung nennt erhobene Vorfallszahlen - und stellt Forderungen

von Daniel Zander  06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Bitterer Vorgeschmack

Die heutige Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten zeigt, wie die rechtsextreme Partei im Dezember auch den Ministerpräsidenten stellen könnte

von Mascha Malburg  06.10.2026 Aktualisiert

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er an dieser Stelle kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten gewählt

Er ist jetzt der protokollarisch ranghöchste Politiker in Sachsen-Anhalt. Nach ihrem Wahlsieg im September stellt die AfD mit Tobias Rausch den Landtagspräsidenten.

 06.10.2026