Meinung

Raubkunst online

Das Bild »Mittelmeerbucht bei St. Tropez« des französischen Realisten André Dunoyer de Segonzac ist eines von 20.000 Kunstwerken, die zwischen 1941 und 1944 von den Nazis aus Belgien und Frankreich geraubt wurden. Was bisher möglicherweise als verschollen galt, kann nun gefunden werden. Unter dem etwas schwerfälligen Titel »Plünderung von Kulturgut durch den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg: Datenbank mit Kunstobjekten im Jeu de Paume« hat die Jewish Claims Conference ein Online-Archiv erstellt. Familien, aber auch Museen, haben zum ersten Mal die Möglichkeit, sich online nach dem Verbleib von Bildern zu erkundigen. Eine zielführende Idee, die, gut umgesetzt, einfach zu bedienen ist und den aufwändigen bürokratischen Suchprozess enorm vereinfachen kann. Nur leider musste die Welt darauf bis zum Jahr 2010 warten. Eine Ewigkeit, bedenkt man, dass die wenigen Menschen, die die Schoa überlebt haben, mittlerweile hochbetagt sind und möglicherweise nicht im Internet nach ihrem Besitz suchen können. Trotzdem: Spät, sehr spät – aber noch nicht zu spät.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

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Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026