Zwiespalt

Purim-Fest in Deutschland unter dem Eindruck des Iran-Krieges

Verkleidungen sind nicht nur für Kinder ein wichtiger Teil von Purim. Wie sehr das Fest vom Krieg beeinflusst wird, entscheiden die jeweiligen Gemeinden selbst. Foto: picture alliance / REUTERS

Unter dem Eindruck des Iran-Krieges sowie erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland begehen Jüdinnen und Juden hierzulande das Purim-Fest. »In diesen herausfordernden Tagen in Israel und weltweit gilt es tatsächlich, den richtigen und sicheren Umgang mit den Geschehnissen und Sicherheitswarnungen zu finden«, sagte Vadim Basin, Sprecher der orthodoxen Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin am Montag.

Die Gemeinde hatte öffentlich zu einer Purimfeier in Berlin eingeladen, die den Angaben zufolge auch stattfinden soll. Gerade jetzt sei es wichtig, Zuversicht zu zeigen, dankbar zu sein für viele kleine Wunder und mit Vertrauen nach vorne zu blicken, betonte Basin. »Gleichzeitig gilt, dass wir weiterhin alle notwendigen Sicherheitsanweisungen und Vorgaben der Behörden beachten und unsere Gemeindemitglieder auf diese hinweisen.«

»Keine große Zeit für Feiern«

Anders entschieden hat die Jüdische Liberale Gemeinde Köln - Gescher LaMassoret. Eine für den vergangenen Sonntag geplante Purimfeier wurde abgesagt, wie der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Rafi Rothenberg, sagte. Der Grund sei weniger die Sicherheit, sondern Empathie: »Wir meinen, dass in einer Zeit, in der täglich Menschen hier und da sterben, keine große Zeit für Feiern ist.« Gleichwohl sollte am Montagabend wie in anderen jüdischen Gemeinden auch aus der Estherrolle gelesen werden, die zentral ist für Purim.

New York

Zwei Männer in Manhattan niedergestochen – Ermittler prüfen antisemitisches Motiv

Eines der Opfer ist nach Angaben der Polizei ein 50 Jahre alter Mann, der eine Kippa trug und kurz zuvor eine Synagoge verlassen hatte

 24.07.2026

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Organisiert wird die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das 65-jährige Opfer der jüngsten Attacke in Höchberg ist

 23.07.2026

Handelspolitik

Belgien und Niederlande verbieten Einfuhren aus Siedlungen

Die Regierungen in Brüssel und Den Haag haben ihre Ankündigung wahrgemacht, die Einfuhr von Waren aus den seit 1967 von Israel besetzen Gebieten zu untersagen, sofern sie von Israelis produziert werden

 23.07.2026

Genf/Berlin

Streit zwischen Rosa Luxemburg Stiftung und UN Watch

Die der Partei »Die Linke« nahestehende Stiftung wirft der Genfer NGO vor, in Berlin »die wildesten Verleumdungen gegen die UNRWA« verbreitet zu haben. UN Watch kontert mit Video-Beleg

von Imanuel Marcus  23.07.2026

Essay

Gedenken ohne Juden

Die Erinnerungskultur macht den Holocaust zunehmend zu einer allgemeinen Mahnung gegen Intoleranz und verliert dabei die jüdischen Opfer aus dem Blick

von Gunda Trepp  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Washington D.C./Riad

»Schreckliche Idee«: Kritik an US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Während des Iran-Kriegs, der sich auch um das iranische Atomprogramm dreht, verkünden die USA eine Einigung mit Saudi-Arabien. Experten fürchten ein atomares Wettrüsten in einer instabilen Region

von Johannes Sadek, Franziska Spiecker, Jörg Vogelsänger  23.07.2026