Frankfurt am Main

Pro-Terror-Demo für den 7. Oktober angekündigt

Schon am ersten Jahrestag der Hamas-Massaker, nämlich am 7. Oktober 2024, kam es in Frankfurt zu einer israelfeindlichen Demonstration. Foto: picture alliance / greatif

Am zweiten Jahrestag der Massaker palästinensischer Terroristen im Süden Israels wollen israelfeindliche Aktivisten in Frankfurt am Main demonstrieren. Dabei sollen Terroristen geehrt werden.

»Am 7. Oktober gedenken wir der Opfer und Märtyrer in Palästina und bekennen uns zur Solidarität mit einem Volk, das seit Jahrzehnten unter Apartheid, Kolonialismus und Gewalt leidet«, heißt es in einem Aufruf der Gruppe »Free Palestine FFM« . »Heute erleben wir die brutale Zuspitzung dieser Politik: Blockade, Hunger und Bomben gegen die Menschen in Gaza ein Versuch, ein ganzes Volk auszulöschen.«

Israel geht in Gaza gegen die Hamas und andere Terrororganisationen vor. Die israelischen Streitkräfte (IDF) sorgen während des Krieges für die Einfuhr von Millionen Tonnen an Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung. Zudem warnen sie die Menschen jeweils vor Angriffen gegen den Terror und fordern sie zur Flucht auf. Fluchtrouten und humanitäre Zonen mit Verpflegung richten die IDF für die Menschen ein.

Verklausulierte Forderung nach Vernichtung Israels

Israel will 48 Geiseln befreien, die seit 724 Tagen von der Hamas festgehalten werden. Die meisten von ihnen sind tot. Auch eine Zerschlagung der Hamas und eine damit einhergehende Verhinderung weiterer Massaker an Israelis gehört zu den Kriegszielen der Jerusalemer Regierung.

»Free Palestine FFM« erklärte derweil: »Lasst uns gemeinsam ein klares Zeichen setzen für ein freies Palästina vom Fluss bis zum Meer, in dem alle Menschen frei von Apartheid und Unterdrückung Seite an Seite leben können, so wie es vor 1948 war.« Mit diesen Formulierungen rufen die Organisatoren verklausuliert zu einer Vernichtung Israels auf.

Mit den »Märtyrern«, denen im Rahmen der Versammlung gedacht werden soll, sind palästinensische Terroristen gemeint, die Israelis ermordeten, verschleppten, vergewaltigten und folterten. Aus Berichten früherer Geiseln und aus von der Hamas selbst veröffentlichten Videos geht hervor, wie mit den Verschleppten in Gaza umgegangen wird. Das Motto der Pro-Terror-Demonstration lautet »77 Jahre Widerstand – kein Frieden ohne Freiheit«.

Lesen Sie auch

»Wer am Tag des größten Massenmordes an Jüdinnen und Juden seit der Schoa einen Tag des sogenannten palästinensischen Widerstandes plant, der verhöhnt die Opfer der barbarischen Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und verkehrt bewusst Täter und Opfer«, erklärte Uwe Becker, der Antisemitismusbeauftragte Hessens, gegenüber der Jüdischen Allgemeinen.

»Schon unmittelbar nach dem Überfall auf die Kibutzim im Süden Israels wurden die Verbrechen der Terrororganisation Hamas von einer Frankfurter Israelhasserin öffentlich als ›gelungener Widerstand‹ verherrlicht«, so Becker. »Es darf keine Terrorverherrlichung der Hamas-Massaker und des palästinensischen Terrors auf deutschen Straßen geben. Diese Terrorpropaganda muss verboten werden.«

Auch Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), äußerte sich auf Anfrage: »Für derartige Terrorfestivals auf deutschen Straßen fehlt mir jegliches Verständnis«, sagte er. »Wer am 7. Oktober von ›77 Jahren Widerstand‹ faselt, verklärt das genozidale Massaker der Hamas.«

»Überschreitung verfassungsrechtlich garantierter Grenzen«

»Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit schützt das Recht, die israelische Regierung zu kritisieren, sich für die Menschenrechte der Palästinenser einzusetzen oder einen oder mehrere palästinensische Staaten zu fordern. Das Aufstacheln zu Hass oder Gewalt gegen Israelis oder Juden ist jedoch von diesen Freiheitsrechten nicht umfasst und überschreitet die verfassungsrechtlich garantierten Grenzen dieser Grundrechte«, fügte Beck hinzu.

Bereits im letzten Jahr waren israelfeindliche Demonstranten am Jahrestag – in diesem Fall dem ersten – in Frankfurt auf die Straße gegangen. Zwar hatte die Stadt den Aufmarsch der Terror-Fans verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof kassierte das Verbot allerdings.

»Wenn die Frankfurter Verwaltungsgerichte beim Schutz des Geltungsanspruches und beim Schutz der Menschenwürde von Israelis oder Juden regelmäßig versagen, ist der Landtag in Wiesbaden aufgerufen, das Versammlungsgesetz zu ändern«, erklärte Volker Beck dazu.

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026