Meinung

Österreich auf einem gefährlichen Weg

Karl Pfeifer Foto: Stefan Streicher

Bereits in der Vergangenheit gab es in Österreich Koalitionen der SPÖ und später der ÖVP mit der Freiheitlichen Partei (FPÖ). Ein absolutes Novum aber ist, dass der teilweise rechtsextremen Partei das Außen-, Innen- und Verteidigungsressort überlassen wird.

Doch wer daran Kritik übt, dem wird gesagt, er solle die Regierung doch nach ihren Taten beurteilen. Zudem wird auf die festgeschriebene EU-Treue verwiesen sowie auf die Absicht, »ein klares Zeichen gegen jegliche Form des Antisemitismus« zu setzen. Auch eine Unterstützung der Gedenkstätte im ehemaligen Vernichtungslager Maly Trostinec in Weißrussland, wo 13.000 österreichische Jüdinnen und Juden ermordet wurden, ist versprochen. »Das ist ein klares Bekenntnis zur historischen Verantwortung unseres Landes und zu unserer Mitschuld«, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Sorgen Jedoch sehen viele In- und Ausländer in der FPÖ zu Recht »Erben des Nationalsozialismus« und sind besorgt wegen »ihrer tödlichen Ideologie des Hasses«. Wenn man die rechtsextremen Kontakte von FPÖ-Ministern und das von der FPÖ mitfinanzierte antisemitische »freiheitliche Magazin« Die Aula ansieht, dann erkennt man, wie berechtigt diese Sorge ist. Wie glaubhaft wird die österreichische EU-Präsidentschaft ab Juli 2018 sein, wenn die FPÖ weiterhin Mitglied der EU-feindlichen Fraktion »Europa der Nationen und der Freiheit« bleibt? Wird diese Regierung wissenschaftliche Gedenkinstitute, wie etwa das überparteiliche Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, weiterhin unterstützen und ihre Budgets nicht kürzen?

Bald werden wir wissen, in welche Richtung diese Regierung geht. Kommt es zu einer Verbrüderung mit dem gegen Pluralismus, Universalismus und den angeblich dekadenten Westen agitierenden illiberalen Orbán-Regime in Ungarn, dessen Vorbilder China, Russland und die Türkei sind, das heißt, zur Stärkung identitärer und autoritärer Stimmungen? Oder hält die versprochene Treue zur EU?

Beides ist nicht miteinander vereinbar.

Der Autor ist Journalist in Wien.

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Berlin-Wahl

»Die Linke ist keine antisemitische Partei, aber sie hat ein Problem mit Antisemitismus«

Der Comedian äußerte sich im Interview mit dem Tagesspiegel zur Berliner Wahl und eine progressive linke Haltung zu Israel

 23.09.2026

Debatte

»Israel bekämpft Dschihadisten«: Außenminister Gideon Saar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Die Hintergründe

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Ein Essener Schüler ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn schuldig

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026

UNO-Vollversammlung

Netanjahus UN-Besuch: Proteste von Regierungskritikern und Israelfeinden erwartet

Mehrere Gruppen wollen auf die Straße gehen, wenn der israelische Ministerpräsident am Donnerstag in New York eintrifft

 23.09.2026

New York

Trump droht Iran mit »Auslöschung«

Die Unterredungen seien »sehr gut« verlaufen, sagt US-Präsident Trump. Kurz darauf schlägt er schärfere Töne an

 23.09.2026