Münster

NS-Überlebende Friedländer: Bin entsetzt über Entwicklung in den USA

Margot Friedländer (1921–2025) Foto: picture alliance/dpa

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer zeigt sich besorgt über die aktuelle Entwicklung in den USA. »Ich bin entsetzt und sehr beunruhigt. Nicht nur für die Amerikaner, sondern auch für die Welt«, sagte die 103-Jährige dem »Westfalen-Blatt« in Münster. Friedländer lebte nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als sechs Jahrzehnte in New York, bevor sie mit 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurückkehrte. Eine Entwicklung wie den aktuellen Abbau demokratischer Strukturen durch Präsident Donald Trump habe sie sich nicht vorstellen können. »Warum sagen so wenige Menschen etwas? Es ist doch furchtbar«, so die Aktivistin, die am Freitag in Münster mit dem Sonderpreis des Westfälischen Friedens geehrt wird.

Friedländer rief dazu auf, Demokratie nicht als etwas Selbstverständliches zu sehen. Das sei sie nirgendwo. »Wir müssen daher jeden Tag dafür kämpfen, dass sie stark bleibt.« Dazu gehöre es, nicht wegzuschauen, »wenn Menschen nicht als Menschen respektiert werden«. So habe es in der NS-Zeit auch angefangen, sagte die 1921 in Berlin geborene Jüdin. Sie unterstrich ihren Aufruf »Seid Menschen!«. Es gebe kein christliches, jüdisches oder muslimisches Blut, es gebe nur menschliches Blut.

Lesen Sie auch

»In jedem Menschen steckt etwas Gutes«

Friedländer überlebte als einzige ihrer direkten Familie die Schoah und sie ist einer der letzten noch lebenden Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz. Trotz dieser Erfahrungen setzt sie Hoffnung in die menschliche Vernunft. »Ich denke, dass in jedem Menschen auch etwas Gutes steckt. Auch wenn er Schlechtes tut, nimm das Gute raus.«

Den Preis am Freitag in Münster wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rahmen der Westfälischen Friedenskonferenz überreichen. Zu der Konferenz werden Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler und andere internationale Gäste erwartet.

Meinung

Danke, Boy George!

Wie die 80er-Jahre-Ikone gegen alle Widerstände für Israel eintritt, verdient unseren Dank

von Sophie Albers Ben Chamo  05.08.2026

Wahl zum Abgeordnetenhaus

Umfrage: Linke in Berlin auf Platz eins

Am 20. September findet die Wahl zum Landesparlament statt. Würde schon am Sonntag gewählt, bekäme die Linke einer Umfrage zufolge die größte Zustimmung. Doch das Rennen ist knapp

 05.08.2026

Nach CSD-Anschlag

So viele islamistische Gefährder müssen nun in Berlin Fußfesseln tragen

Eine Übersicht

 05.08.2026

Berlin

Viele Fragezeichen zu CSD-Anschlag nach Sondersitzung

Gab es Kommunikationsprobleme zwischen Sicherheitsbehörden und Politik vor dem Anschlag am Rande des CSD? Abgeordnete sehen reichlich offene Fragen rund um die Tat

 05.08.2026

Berlin

Insolvenz: Masorti-Grundschule muss schließen

Die Hintergründe

von Mascha Malburg  05.08.2026

Arlington (Virginia)

USA haben Großteil ihrer Langstreckenraketen im Iran-Krieg verbraucht

Im Verlauf der Operation »Epic Fury« wurden bereits nahezu sämtliche verfügbaren Army Tactical Missile Systems (ATACMS) sowie Precision Strike Missiles (PrSM) eingesetzt

 05.08.2026

Großbritannien

Antisemitische Vorfälle in Großbritannien um 21 Prozent gestiegen

Der Community Security Trust registriert einen Fall von lebensbedrohlicher Gewalt sowie 135 körperliche Angriffe – so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr

 05.08.2026

Washington D.C.

Bericht: USA und Iran vor Übergangsdeal in Straße von Hormus

Noch am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe auf den Iran gestoppt: Er sah einen Deal in Reichweite. Jetzt soll tatsächlich eine Übergangslösung kurz vor dem Abschluss stehen

 05.08.2026

Washington D.C.

Autonomiebehörde und PLO könnten weiterhin 656 Mio. Dollar Schadenersatz zahlen müssen

Angehörige von Opfern der Zweiten Intifada können die Behörde und die Terrororganisation weiterhin auf Schadensersatz verklagen, wie der Oberste Gerichtshof in den USA feststellt

 05.08.2026