Monarchie

Niederländisches Königspaar besucht Berlin

Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch des Anne Frank Zentrums mit Bundespräsident Steinmeier

von Annette Birschel  05.07.2021 08:54 Uhr

Graffito von Anne Frank im Hof des Anne-Frank-Zentrums in Berlin Foto: imago images/Jürgen Ritter

Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch des Anne Frank Zentrums mit Bundespräsident Steinmeier

von Annette Birschel  05.07.2021 08:54 Uhr

Berlin kann sich für königlichen Besuch der Nachbarn herausputzen. Heute wird das niederländische Königspaar Willem-Alexander (54) und Máxima (50) zum Staatsbesuch nach Deutschland reisen. Drei Tage lang wird das populäre royale Paar in der Hauptstadt bleiben. 

Es ist der erste Staatsbesuch des Königs in Deutschland seit seiner Amtsübernahme 2013. Aber es ist nicht der erste Besuch, und die Oranjes sind alte Bekannte. Die Deutschen seien beste Freunde, große Handelspartner und gute Nachbarn, wie der Monarch in einem Vorgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Den Haag betonte. Er und Máxima freuen sich demnach wahnsinnig. 

Und schließlich wird an den Zweiten Weltkrieg und die dunkle Seite der gemeinsamen Geschichte erinnert.

Auf einer Kennlern-Tour seit 2013 hatten sie bereits alle Bundesländer besucht. Höhepunkt sollte dann 2020 der Staatsbesuch in Berlin sein. Doch dann kam Corona. Inzwischen sei sein Deutsch etwas eingerostet, witzelte der König. Aber davon ist kaum etwas zu merken. Kein Wunder: Schließlich ist Willem-Alexander über seinen Vater, den deutschen Prinz Claus von Amsberg, und dessen Familie eng mit Deutschland verbunden. 

Das Oranje-Paar, vor allem die aus Argentinien stammende Máxima, ist beliebt in Deutschland. Doch ein Bad in der Menge von tausenden jubelnden Fans - wie bei den bisherigen Besuchen - wird es wohl kaum geben. Denn es gelten Corona-Bedingungen. Die Orte, die Willem-Alexander und Máxima besuchen, werden vorher nicht bekannt gegeben. 

Mehr als 102.000 Juden waren damals von den deutschen Nationalsozialisten ermordet worden. 

Der Besuch wird vor allem vom diplomatischen Protokoll bestimmt. Empfang beim Bundespräsidenten, Staatsbankett, Besuche im Bundestag, dem Bundesrat, bei der Kanzlerin, dem Bürgermeister. Das Mitbringsel des Königspaares ist ein Konzert des berühmten Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters. 

Für den König ist es auch ein Abschied von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie habe eine große Rolle gespielt für Europa, würdigte der König. Zuletzt hatte Merkel, als erste deutsche Regierungschefin, am 5. Mai die bedeutende Freiheitsrede des Landes zum Gedenken an das Kriegsende gehalten. 

Die Verbundenheit der Länder steht im Zentrum des Besuches. Schwerpunkte liegen bei gemeinsamen Projekten wie der Behandlung von krebskranken Kindern oder der Entwicklung von Wasserstoff als nachhaltigem Energieträger. 

Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird das Königspaar das Anne Frank Zentrum in Berlin-Mitte besuchen.

Und schließlich wird an den Zweiten Weltkrieg und die dunkle Seite der gemeinsamen Geschichte erinnert. Deutschland hatte die Niederlande von 1940 bis 1945 besetzt. Mehr als 102.000 Juden waren damals von den deutschen Nationalsozialisten ermordet worden. Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird das Königspaar das Anne Frank Zentrum in Berlin-Mitte besuchen.

Aus den Feinden wurden Freunde und Partner in Europa. Deutschland ist auch der wichtigste Handelspartner. Aber auch darüber hinaus, so betonte der König, sei die Zusammenarbeit bei der Bewältigung großer Probleme unabdingbar. Er verwies dabei auf den Klimawandel, den Hochwasserschutz und nicht zuletzt die Corona-Pandemie.

Die Nachbarschaft habe die Bewährungsprobe bestanden trotz der Grenzschließungen, sagte der König. Die Kontakte der Bürger und der Handel stoppten nicht. Deutsche Krankenhäuser hatten sogar Corona-Patienten der Nachbarn aufgenommen. Aber die Schließung der Grenzen in Europa dürfe nur eine Notbremse sein. 

Jetzt freut sich das Paar auf Berlin. Der König zeigte sich sogar als Fan. Berlin sei hip, toll, eine Superstadt, wie er sagte. Noch immer bedauert er, dass er am 9. November 1989 - damals war er 22 - nicht sofort ins Auto gestiegen und nach Berlin gefahren sei. Der Fall der Mauer, so sagte er, war für ihn als Student ein entscheidender Moment.

Schleswig-Holstein

Beauftragter für Antisemitismus in der Kritik

Gerhard Ulrich wird vorgeworfen, in der Vergangenheit einseitig gegen Israel Stellung bezogen und sich dabei antijüdischer Vorurteile bedient zu haben. Vertreter der jüdischen Gemeinde stellen sich hinter ihn

von Joshua Schultheis  02.12.2022

Karlsruhe

Bundesanwaltschaft will zu Synagogen-Anschlägen ermitteln

Der konkrete Grund, warum die Karlsruher Ermittler den Fall übernehmen wollen, blieb zunächst offen

 02.12.2022

Sachsen

»Als Richter nicht mehr tragbar«

Urteil des Leipziger Dienstgerichts zu dem als rechtsextrem eingestuften früheren AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier

 02.12.2022

New York

UN-Vollversammlung für »Nakba«-Gedenkfeier

Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen bezeichnete den Beschluss als »beschämend«

 01.12.2022

Nordrhein-Westfalen

Polizeipräsenz vor jüdischen Einrichtungen erhöht

Innenministerium: »Aufgrund der Gesamtentwicklung« Schutzmaßnahmen »landesweit angepasst«

 01.12.2022

Einspruch

Teil der Erinnerungskultur

Alexander Friedman sieht Putins Krieg gegen die Ukraine als Fortsetzung des Holodomor

von Alexander Friedman  01.12.2022

RIAS Sachsen-Anhalt

Meldestelle dokumentiert antisemitische Vorfälle

Arbeit der Einrichtung im Beisein von Ministerpräsident Reiner Haseloff der Öffentlichkeit vorgestellt

 30.11.2022

Antisemitismus

Nationale Strategie beschlossen

Zentralratspräsident Josef Schuster äußerte sich in einer ersten Reaktion positiv

von Michael Thaidigsmann  30.11.2022 Aktualisiert

Nach Schüssen auf Rabbinerhaus

NRW-Beauftragte besucht Alte Synagoge Essen

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ruft zu gesamtgesellschaftlichem Engagement gegen Judenfeindlichkeit auf

 30.11.2022