Jerusalem/Gaza

Netanjahu will mit Trump den Iran besiegen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag in der Knesset Foto: copyright (c) Flash90 2024

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump zur Amtseinführung gratuliert und den gemeinsamen Kampf gegen Teheran und die Terror-Proxies des dortigen Regimes beschworen. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, um die im Gazastreifen noch festgehaltenen Geiseln freizubekommen, »die militärischen Fähigkeiten der Hamas zu zerstören und ihre politische Herrschaft im Gazastreifen zu beenden«, sagte Netanjahu in einem von seinem Büro verbreiteten Video.

Die Hamas bestätigte derweil, dass die nächste Freilassung von Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge am Samstag erfolgen soll. Vier Entführte sollen gemäß dem Gaza-Abkommen freikommen.

In seiner Rede bei der traditionellen Parade zur Amtseinführung äußerte sich Trump auch zu den Geiseln der islamistischen Terrororganisation, wobei einige Angehörige der weiterhin in Gaza festgehaltenen Entführten hinter ihm standen.

1904 gegen 33

Sie wollten die neue US-Regierung drängen, dafür zu sorgen, dass das über Monate hinweg mühsam ausgehandelte Gaza-Abkommen auch vollständig eingehalten wird, schrieben israelische Medien. Seit Sonntag gilt in Gaza eine sechswöchige Waffenruhe.

Die Angehörigen befürchten, dass Israels Militär die Kämpfe nach der ersten Phase des Abkommens auf Geheiß Netanjahus wieder aufnehmen und der Regierungschef die Freilassung der übrigen Geiseln so verhindern wird. Nach Inkrafttreten der Feuerpause hatte die Hamas am Sonntag drei weibliche israelische Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 90 Palästinenser aus der Haft, darunter Terroristen, die bei Anschlägen Israelis ermordeten.

In der ersten der drei Phasen der Vereinbarung sollen insgesamt 1904 palästinensische Häftlinge im Austausch gegen 33 von 94 verbliebenen Geiseln freikommen. Bei mindestens 34 der Entführten in Gaza wird davon ausgegangen, dass sie bereits tot sind.

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»Es ist deren Krieg«

Netanjahu hatte am Vorabend der Waffenruhe bekräftigt, Israel werde bei einem Scheitern der in Kürze geplanten weiteren Verhandlungen die Kämpfe wiederaufnehmen und alle Kriegsziele durchsetzen, darunter die Zerschlagung der Hamas. Israel habe das Recht dazu und Trump unterstütze das, sagte er.

Der neue US-Präsident entgegnete derweil im Weißen Haus auf die Frage einer Journalistin, ob die Waffenruhe anhalten werde, er sei nicht zuversichtlich. »Es ist nicht unser Krieg, es ist deren Krieg«, sagte Trump. Die »andere Seite« sei »sehr geschwächt«.

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Er habe sich ein Bild aus Gaza angesehen - es sehe aus wie auf einem großen Abbruchgelände, die meisten Menschen dort seien tot. Dies trifft allerdings nicht zu: Israel ist nach den Massakern der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 gegen den Terror vorgegangen, nicht aber gegen die Bevölkerung. Zum Schutz der Menschen haben die Streitkräfte (IDF) 1,3 Millionen Tonnen Hilfsgüter bereitgestellt, Fluchtrouten und humanitäre Zonen eingerichtet.

»Phänomenale Lage«

Trump pries den verwüsteten Gazastreifen, in dem die Zivilbevölkerung unter katastrophalen Lebensbedingungen leidet und seit Kriegsbeginn Tausende Menschen getötet und verletzt wurden, für eine »phänomenale Lage am Meer« und »bestes Wetter«. Man könne damit »einige schöne« und »fantastische« Dinge machen.

Zur Versorgung der palästinensischen Bevölkerung gelangten derweil am zweiten Tag der Waffenruhe nach Angaben der Vereinten Nationen 915 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen - also wesentlich mehr als während der Kämpfe. Vor dem Krieg, der durch das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war, hatten an normalen Tagen rund 500 Lastwagen Waren über Israel in den Küstenstreifen transportiert. Die palästinensischen Terroristen griffen am Tag der Massaker auch die Grenzübergänge an und zerstörten sie.

Das für enge Verbindungen zur Hamas bekannte und im Konflikt mit Israel vermittelnde Golfemirat Katar erklärte zudem, es werde während der ersten zehn Tage der Waffenruhe täglich 1,2 Millionen Liter Treibstoff für den Gazastreifen zur Verfügung stellen. Israels Regierung hat der Hamas immer wieder vorgeworfen, einen großen Teil der Hilfslieferungen für eigene Zwecke abzuzweigen und der Zivilbevölkerung dringend benötigte Güter vorzuenthalten.

Hamas, Hisbollah, Huthi

In seiner Glückwunsch-Botschaft an Trump beschwor Netanjahu auch den gemeinsamen Kampf gegen den Einfluss des Irans im Nahen Osten. »Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, die iranische Terror-Achse zu besiegen«, sagte Israels Regierungschef.

Zu den Verbündeten Teherans zählen neben der Hamas die von Israel militärisch stark geschwächte Hisbollah im Libanon sowie die Huthi-Terroristen im Jemen. Auch Israel verdächtigt den Iran zudem, ein Atomwaffenprogramm zu betreiben, das mit allen Mitteln gestoppt werden müsse. dpa/ja

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