Meinung

Nach Nordkorea: Auch Iran abrüsten!

Matthias Küntzel Foto: Rolf Walter

Auch wenn niemand vor dem nächsten Tweet Donald Trumps sicher sein kann: Das Gipfeltreffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un in Singapur war ein Erfolg.

Erstmalig hat sich mit Nordkorea ein Atomwaffenstaat zur »vollständigen Denuklearisierung« und damit zur Aufgabe seines privilegierten Status’ verpflichtet. Zwar wird bis zur überprüfbaren Abschaffung des Atomprogramms noch eine steinige Wegstrecke zurückzulegen sein, doch ein Anfang ist gemacht.

hoffnung Während die Welt ob dieses Hoffnungsschimmers erleichtert aufatmet, schmollt das iranische Regime. Und das aus guten Gründen: Erstens läuft es seit dem Gipfel von Singapur Gefahr, mit Nordkorea seinen wichtigsten Kompagnon in Sachen verbotener Atom- und Raketentechnologien zu verlieren. Zweitens ist es mit seiner Nuklearpolitik weiter isoliert.

Und drittens fragen sich viele im krisengeschüttelten Iran: Warum findet kein vergleichbares Gipfeltreffen zwischen Trump und Revolutionsführer Khamenei statt? Immerhin fügte Trump der kompromisslosen Verschärfung der Iran-Sanktionen ein solches Gesprächsangebot hinzu und bietet bei Abkehr vom Atomkurs auch Teheran umfangreiche Wirtschaftshilfen an.

druck Die Antwort auf diese Frage hat mit Europa zu tun. Der Singapur-Deal kam zustande, weil Washington und Peking kooperierten: Während die USA Pjöngjang militärisch unter Druck setzten, verschärfte Peking die Sanktionen. So wie Nordkorea vom Handel mit China abhängt, ist das iranische Regime auf Kooperation mit Europa angewiesen. Um Teheran zum Einlenken zu bewegen, müssten die Europäer somit den chinesischen Part übernehmen und den ökonomischen Druck auf den Iran maximieren.

Dann erhielte auch der überfällige Perspektivwechsel eine Chance: Während der noch gültige Atomdeal mit Iran die vollständige Abschaffung der Atombeschränkungen in Aussicht stellt, müsste ein neuer Irandeal auf »vollständige Denuklearisierung« zielen.

Der Autor ist Politikwissenschaftler und Publizist in Hamburg.

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026

Washington D.C.

US-Geheimdienste erwarten keine Kursänderung Teherans nach neuen Angriffen

Die neue Lageeinschätzung wurde der Regierung von Präsident Donald Trump bereits vorgelegt

 21.07.2026

Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

 21.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 21.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026