Meinung

Mörderisches Geschäft

Es war eine Dreistigkeit, die nicht mehr zu überbieten schien: Im Dezember montierten fünf Diebe in Auschwitz den Schriftzug über dem Lagertor ab. Mittlerweile ahnt man: Es geht noch dreister. Die englische Zeitung Sunday Mirror berichtet, ein »reicher britischer Nazi« habe den Raub in Auftrag gegeben; als Zwischenhändler fungierten schwedische Rechtsextremisten, die polnische Kriminelle losschickten und von ihrem Hehlererlös Terrorakte bezahlen wollten. Um eine neue Welle rechtsextremistischen Terrors loszutreten, tüftelte diese Nazi-Internationale eine Art Insidergeschäft aus. Als Handelsobjekt suchten sie sich das vielleicht bekannteste Symbol des NS-Terrors aus: das Tor von Auschwitz mit dem Schriftzug »Arbeit macht frei«. Die polnischen Kleinkriminellen, die die Polizei nicht als rechtsextrem einstuft, mussten die Drecksarbeit machen; die schwedischen Nazis hätten das Geld gehabt, Anschläge zu finanzieren; und der ominöse englische Auftraggeber mit seiner abwegigen Vorliebe für Nazischrecken würde sich über einen besonderen Coup freuen. Das Symbol, das die Menschheit an das Leiden im Holocaust erinnert, wäre durch Diebstahl dem Weltgedächtnis entzogen worden und hinge nun als stolze Trophäe in irgendeiner Millionärsvilla.

München

Bayern: Zahl antisemitischer Vorfälle bleibt auf Rekordhoch

»Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter«, sagt Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS Bayern

 06.05.2026

Washington/Teheran

Bericht: USA und Iran nähern sich Vereinbarung zur Beendigung des Krieges

Kern der laufenden Gespräche ist ein auf einer einzigen Seite untergebrachtes, knappes Memorandum, das auf wenigen Punkten basieren soll

 06.05.2026

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026

Berlin/Tel Aviv

Israel: Liefern Deutschland Kerosin

Trotz hoher Kerosinpreise hieß es zuletzt, dass die Vorräte in Deutschland reichen. Experten warnen derweil vor Engpässen. Nun helfen die Israelis eigenen Angaben zufolge aus

 06.05.2026

Berlin/Düsseldorf

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Neonazis

Die Polizei durchsucht Objekte in zwölf Bundesländern. Warum die neuen Rechtsextremen jetzt ins Visier geraten

 06.05.2026 Aktualisiert

Interview

Josef Schuster: »Juden und Muslime sind keine Erzfeinde«

Bald startet der Katholikentag in Würzburg. Mit dabei: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Welche Tipps er für Gäste hat - und wie er auf Juden, Christen und Muslime in aufgeheizten Zeiten blickt

von Leticia Witte  06.05.2026

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026