Meinung

Mörderisches Geschäft

Es war eine Dreistigkeit, die nicht mehr zu überbieten schien: Im Dezember montierten fünf Diebe in Auschwitz den Schriftzug über dem Lagertor ab. Mittlerweile ahnt man: Es geht noch dreister. Die englische Zeitung Sunday Mirror berichtet, ein »reicher britischer Nazi« habe den Raub in Auftrag gegeben; als Zwischenhändler fungierten schwedische Rechtsextremisten, die polnische Kriminelle losschickten und von ihrem Hehlererlös Terrorakte bezahlen wollten. Um eine neue Welle rechtsextremistischen Terrors loszutreten, tüftelte diese Nazi-Internationale eine Art Insidergeschäft aus. Als Handelsobjekt suchten sie sich das vielleicht bekannteste Symbol des NS-Terrors aus: das Tor von Auschwitz mit dem Schriftzug »Arbeit macht frei«. Die polnischen Kleinkriminellen, die die Polizei nicht als rechtsextrem einstuft, mussten die Drecksarbeit machen; die schwedischen Nazis hätten das Geld gehabt, Anschläge zu finanzieren; und der ominöse englische Auftraggeber mit seiner abwegigen Vorliebe für Nazischrecken würde sich über einen besonderen Coup freuen. Das Symbol, das die Menschheit an das Leiden im Holocaust erinnert, wäre durch Diebstahl dem Weltgedächtnis entzogen worden und hinge nun als stolze Trophäe in irgendeiner Millionärsvilla.

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026