Sicherheitslage

Merz sieht keine »sehr große Gefährdung« in Deutschland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Foto: picture alliance / SvenSimon

Die Bundesregierung sieht nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran keine wesentliche Verschlechterung der Sicherheitslage in Deutschland. »Es gibt im Augenblick keine Erkenntnisse, dass wir von einer sehr großen Gefährdung ausgehen müssten«, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach Beratungen des Nationalen Sicherheitsrats in Berlin. »Aber wir behalten die Lage insgesamt auch über unsere Nachrichtendienste und über die Polizeidienste im Blick.«

Merz verwies darauf, dass es in den vergangenen zehn Jahre immer wieder Anschläge in Deutschland und Europa gegen Iraner im Exil gegeben habe. »Wir wissen, dass iranische Nachrichtendienste in Europa und in Deutschland tätig sind.« Deswegen sei sofort nach den Angriffen darüber beraten worden, wie Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden könnten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe darüber auch mit den Landesinnenministern beraten. 

Es werde alles getan, um die Sicherheit der Menschen in Deutschland zu gewährleisten, versicherte der Kanzler. »Das betrifft insbesondere den Schutz jüdischer, israelischer und amerikanischer Einrichtungen. Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden.«

Merz wies zudem auf Risiken der Angriffe Israels und der USA gegen den Iran hin. »Die Militärschläge sollen das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden«, sagte der CDU-Politiker. »Das ist nicht ohne Risiko.« Man wisse nicht, »in welche Eskalation die harten iranischen Gegenschläge die Region noch ziehen werden«. Und man wisse nicht, »ob der Plan aufgeht, durch Militärschläge von außen einen politischen Wandel von innen heraus zu ermöglichen«. 

»Die innere Dynamik im Iran ist nur schwer zu durchschauen«, sagte Merz. Der Vergleich mit den westlichen Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen trage nur zum Teil. »Aber er zeigt doch, wie real die Risiken mittelfristig sind. Ihre Folgen hätten auch wir in Europa und in Deutschland zu tragen.« Merz äußerte sich nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats im Kanzleramt.

»Das Mullah-Regime ist ein Terrorregime, das verantwortlich ist für die Jahrzehnte währende Unterdrückung des iranischen Volkes«, betonte der Kanzler mit Blick auf die gegenwärtige Führung des Irans. Die Bundesregierung teile »die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt«. Mit den Vereinigten Staaten und Israel teile man das Interesse daran, dass »der Terror dieses Regimes aufhört und die gefährliche nukleare und ballistische Aufrüstung gestoppt wird«.dpa/ja

Rechtsterrorismus

NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft verurteilt

Im Prozess gegen Susann E. in Dresden ist das Urteil gesprochen. Weil sie der NSU-Terroristin Beate Zschäpe mit ihrem Ausweis und ihrer Krankenkassenkarte aushalf, wurde sie verurteilt. In Haft muss sich nicht.

 17.07.2026

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  17.07.2026

Frankfurt am Main

»Widerstand ist Völkerrecht«-Demo darf stattfinden

Laut Staatsanwaltschaft liegt trotz des Demo-Mottos »Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und mit Gewehren« keine Volksverhetzung vor

 17.07.2026

Mainz

»Mutlos«: »Anstalt« reagiert auf Ausladung von Danger Dan

Die Macher der Satiresendung kritisieren die Entscheidung des ZDF deutlich. Auch der Musiker selbst meldet sich nochmal zu Wort - es geht auch um das Thema Gewalt

 17.07.2026

Berlin

SPD-Arbeitskreis fordert Ende deutscher Blockade gegen EU-Kurs zu Israel

»Es ist nicht glaubwürdig, wenn deutsche Waffen dazu dienen, die humanitäre Katastrophe zu verlängern«, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner

 17.07.2026

Washington D.C.

Trump-Nachfolge: Juden wenden sich von Vance ab, setzen auf Rubio

Zu den Gründen für den Vertrauensverlust gehören Vorstöße Vances gegen israelische Regierungsvertreter. Rubio hingegen hat schon immer Unterstützung für Israel gezeigt

 17.07.2026

Reform

Die Rente ist sicher

Trotz Stimmungstief in Deutschland: Die Vorschläge der Alterssicherungskommission weisen in die richtige Richtung

von Ayala Goldmann  17.07.2026

TV

Danger Dan contra ZDF: Ein Songtext und seine Folgen

Die Satiresendung »Die Anstalt« beschäftigt sich mit Radikalisierung. Der Rapper Danger Dan, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus engagiert, sollte auftreten. Doch das ZDF lädt ihn aus

 17.07.2026

Budva

Israelis in Montenegro attackiert: Opfer berichtet von gebrochenem Kiefer

Einer der betroffenen Touristen: »Sie beschimpften uns, traten uns und warfen Stühle nach uns.«

 17.07.2026