Die Entscheidung Frankreichs, Israel keinen offiziellen Länderpavillon auf der internationalen Rüstungsmesse Eurosatory in Paris zu erlauben, hat in Jerusalem scharfe Reaktionen ausgelöst. Israelische Regierungsvertreter sprechen von einer schweren politischen Belastung für die bilateralen Beziehungen und werfen Paris eine parteiische Haltung vor. »Ynet« berichtete.
Besonders deutlich äußerte sich der israelische Verteidigungsattaché in Frankreich, Oberst Sagi Fink. Die Entscheidung bezeichnete er als »schändlich« und als Widerspruch zu den Werten, die Frankreich nach außen hin vertrete. Nach seinen Worten handelt es sich um einen tiefen Einschnitt in die Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Auch die wirtschaftlichen Folgen sind aus israelischer Sicht erheblich. Zahlreiche Unternehmen hätten bereits Kosten für die Teilnahme getragen, Material verschifft und Messevorbereitungen getroffen. Die nun verhängten Einschränkungen führten laut Verteidigungsministerium zu finanziellen Schäden in Millionenhöhe sowie zu abgesagten Gesprächen mit internationalen Delegationen und Rüstungsvertretern.
Palästinensische Delegation im Teilnehmerverzeichnis
Zwar dürfen einzelne israelische Firmen weiterhin teilnehmen, jedoch nur eingeschränkt und ohne offiziellen nationalen Auftritt. Der zentrale israelische Gemeinschaftsstand, der sonst als organisatorischer Rahmen dient, wurde dagegen vollständig untersagt. Gleichzeitig ist eine offizielle palästinensische Delegation im Teilnehmerverzeichnis aufgeführt, was in Israel zusätzlich für Kritik sorgt.
Nach Einschätzung des israelischen Verteidigungsministeriums stehen hinter der Entscheidung weniger sicherheitspolitische Überlegungen als vielmehr wirtschaftliche Konkurrenzinteressen zwischen französischen und israelischen Rüstungsunternehmen. Öffentlich begründet werde der Schritt hingegen regelmäßig mit geopolitischen Entwicklungen, etwa dem Gaza-Krieg oder früheren regionalen Konflikten. Oberst Fink kündigte an, Israel werde trotz der Einschränkungen weiterhin auf internationalen Rüstungsmärkten präsent bleiben.
Das Verteidigungsministerium in Jerusalem sprach in einer offiziellen Stellungnahme von einer »schändlichen Entscheidung« mit »deutlichem politischen und wirtschaftlichen Beigeschmack«. Die Maßnahme füge sich in eine Reihe ähnlicher Schritte der vergangenen Jahre ein und werfe erneut Fragen über Frankreichs außenpolitische Ausrichtung auf. Wörtlich hieß es zudem, Frankreich befinde sich damit »wieder einmal auf der falschen Seite der Geschichte«. im