Jerusalem

Israel kritisiert Ausschluss von Pariser Rüstungsmesse als politischen Affront

Auf der Eurosatory-Messe 2024 Foto: picture alliance / NurPhoto

Die Entscheidung Frankreichs, Israel keinen offiziellen Länderpavillon auf der internationalen Rüstungsmesse Eurosatory in Paris zu erlauben, hat in Jerusalem scharfe Reaktionen ausgelöst. Israelische Regierungsvertreter sprechen von einer schweren politischen Belastung für die bilateralen Beziehungen und werfen Paris eine parteiische Haltung vor. »Ynet« berichtete.

Besonders deutlich äußerte sich der israelische Verteidigungsattaché in Frankreich, Oberst Sagi Fink. Die Entscheidung bezeichnete er als »schändlich« und als Widerspruch zu den Werten, die Frankreich nach außen hin vertrete. Nach seinen Worten handelt es sich um einen tiefen Einschnitt in die Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind aus israelischer Sicht erheblich. Zahlreiche Unternehmen hätten bereits Kosten für die Teilnahme getragen, Material verschifft und Messevorbereitungen getroffen. Die nun verhängten Einschränkungen führten laut Verteidigungsministerium zu finanziellen Schäden in Millionenhöhe sowie zu abgesagten Gesprächen mit internationalen Delegationen und Rüstungsvertretern.

Lesen Sie auch

Palästinensische Delegation im Teilnehmerverzeichnis

Zwar dürfen einzelne israelische Firmen weiterhin teilnehmen, jedoch nur eingeschränkt und ohne offiziellen nationalen Auftritt. Der zentrale israelische Gemeinschaftsstand, der sonst als organisatorischer Rahmen dient, wurde dagegen vollständig untersagt. Gleichzeitig ist eine offizielle palästinensische Delegation im Teilnehmerverzeichnis aufgeführt, was in Israel zusätzlich für Kritik sorgt.

Nach Einschätzung des israelischen Verteidigungsministeriums stehen hinter der Entscheidung weniger sicherheitspolitische Überlegungen als vielmehr wirtschaftliche Konkurrenzinteressen zwischen französischen und israelischen Rüstungsunternehmen. Öffentlich begründet werde der Schritt hingegen regelmäßig mit geopolitischen Entwicklungen, etwa dem Gaza-Krieg oder früheren regionalen Konflikten. Oberst Fink kündigte an, Israel werde trotz der Einschränkungen weiterhin auf internationalen Rüstungsmärkten präsent bleiben.

Das Verteidigungsministerium in Jerusalem sprach in einer offiziellen Stellungnahme von einer »schändlichen Entscheidung« mit »deutlichem politischen und wirtschaftlichen Beigeschmack«. Die Maßnahme füge sich in eine Reihe ähnlicher Schritte der vergangenen Jahre ein und werfe erneut Fragen über Frankreichs außenpolitische Ausrichtung auf. Wörtlich hieß es zudem, Frankreich befinde sich damit »wieder einmal auf der falschen Seite der Geschichte«. im

Toronto

Mark Carney: »Unsere Gesellschaft versagt gegenüber jüdischen Kanadiern«

In der Synagoge »Holy Blossom Temple« kündigt der Premierminister neue Maßnahmen seiner Regierung gegen Judenhass an

 02.06.2026

Washington

»You’re fucking crazy!«: Trump geht auf Netanjahu los

Die Hintergründe

 02.06.2026

Pilsen

Gericht ordnet Auslieferung von Neonazi Liebich an

Die Rechtsextremistin soll in nächster Zeit an die deutschen Behörden übergeben werden. Kann sie dies nach der Entscheidung des Landgerichts Pilsen noch verhindern?

von Michael Heitmann, Inga Jahn  02.06.2026

Teheran

Wieder Hinrichtungen nach Protesten im Iran

Die iranische Justiz wendet seit Monaten die Todesstrafe rigoros an. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten von Januar werden viele Männer gehängt

 01.06.2026

Flensburg

Sechs Monate Bewährung für »Juden haben hier Hausverbot«

Ein 60-jähriger Ladenbetreiber hatte per Aushang Juden Hausverbot erteilt. Jetzt wurde er wegen Volksverhetzung verurteilt

 01.06.2026

Berlin

Felix Klein: Social Media sind »Brandbeschleuniger für Antisemitismus«

Der scheidende Antisemitismusbeauftragte sieht die Betreiber von Instagram, TikTok und Co. in der Pflicht

 01.06.2026

Internationaler Gerichtshof

Wie Südafrika seine Genozid-Klage gegen Israel in die Länge zieht

Das Haager Weltgericht hat Pretoria eine Frist von 18 Monaten gewährt, um erneut seine Argumente für einen angeblichen Völkermord Israels in Gaza vorzubringen. Israel sieht die Klage hingegen als gescheitert an

von Michael Thaidigsmann  01.06.2026

Hamburg

Wegen pro-israelischem T-Shirt: Übergriff auf Schanzenfest

Laut Polizei haben in der Hansestadt mehrere Täter zwei Männer wegen eines Kleidungsstücks angegriffen

 01.06.2026

Washington D.C.

FBI sieht iranisch gesteuertes Terrornetzwerk hinter Anschlagsserie in Europa

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Iraker Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi, dem die US-Justiz eine führende Rolle bei der Koordinierung von Anschlägen vorwirft

 01.06.2026