Meinung

Meine Synagoge? Keine Synagoge!

Bei der Diskussion um die neue Synagoge fehlt der rote Faden Foto: JA

Die Landesregierung in Brandenburg stoppt vorerst ihr Engagement für den Bau der neuen Synagoge Potsdam. Die Parteien sollen sich erst einmal einigen, dann könne man weitersehen, der Geduldsfaden sei gerissen. Richtig so! Bleibt nur die Frage, warum das derart lange gedauert hat. Das Hickhack um eine »richtige« Synagoge war schon seit einiger Zeit zum Davonrennen. Längst werden keine sachlichen Argumente mehr ausgetauscht, es geht nur noch um persönliche Diffamierungen.

Zank und Häme Findet man kein Gehör mehr in der Gemeinschaft, gründet man schnell eine Gemeinde, ja sogar einen neuen Bauverein, und glaubt so, seine Ziele durchsetzen zu können. Das Land zahlt ja. Fünf Millionen Euro sind zugesichert, um jüdisches Leben zu fördern. Den Vorwurf, diese Chance durch Zank und Häme vorerst vertan zu haben, müssen sich die mittlerweile drei Gemeinden nun gefallen lassen. Damit haben sie allen geschadet – vor allem dem Ansehen der Gemeinschaft.

Denn weder wird jüdisches Leben beispiel- und vorbildhaft vorgelebt, noch ist ein ernsthaftes Bemühen um eine einvernehmliche Lösung zu erkennen. Viele werden sich jetzt bestätigt sehen, die Juden nur mit Streit verbinden, und leider trifft genau dieses Bild hier zu. In Potsdam geht es nicht um Ansehen, gesellschaftlichen Respekt und Anerkennung, sondern um kleinliche Rechthabereien. Wem nützt es da noch, dass der Staatsvertrag vor Kurzem aufgestockt wurde? In Potsdam zumindest keinem. Hier macht jeder sein eigenes Ding – koste es, was es wolle.

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert