Dresden

Mehr rechtsextreme Vorfälle an Sachsens Schulen

In rund zwei Dritteln aller schulinternen Fälle sei die Grenze zur Strafbarkeit überschritten worden. Foto: picture alliance / dpa

An Schulen in Sachsen sind im vergangenen Jahr 245 rechtsextreme Vorfälle erfasst und den Schulbehörden gemeldet worden.

Zu Vorfällen an den Bildungseinrichtungen habe es bei dem beauftragten Träger insgesamt 124 Beratungsprozesse gegeben, heißt es in einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage aus der Linken-Fraktion, die am Sonntag in Dresden veröffentlicht wurde.

Die dokumentierten Fälle waren nach Ministeriumsangaben überwiegend Hakenkreuzschmierereien und Hitlergrüße. Erfasst wurden auch weitere Vorfälle, darunter rechtsextreme WhatsApp-Chats im Unterricht, rassistische Beleidigungen und antisemitische Äußerungen wie »Juden vergasen« und »Advent, Advent, ein Jude brennt«. Auch einige Gewalttaten mit rechstextremem oder rassistischem Hintergrund wurden dokumentiert.

Langjähriger Spitzenwert

Die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel erklärte unter Berufung auf frühere Anfragen, 2025 sei bei rechtsextremen Vorfällen an Sachsens Schulen ein langjähriger Spitzenwert erfasst worden. In rund zwei Dritteln aller schulinternen Fälle sei die Grenze zur Strafbarkeit überschritten und die Polizei eingeschaltet worden. 2024 seien 154 und im Jahr davor 149 Fälle verzeichnet worden. In den beiden Jahren hätten die Zahlen erstmals im dreistelligen Bereich gelegen. Die Einzelerfassung solcher Fälle gebe es seit 2017, damals seien 43 entsprechende Vorkommnisse registriert worden.

Nagel betonte, die Dokumentation zeige, dass das Schulpersonal sensibilisiert und in allen erfassten Fällen pädagogisch sinnvoll eingeschritten worden sei. Dies reiche jedoch nicht aus. Erforderlich sei ein umfassendes Konzept.

Keine vereinzelten Ereignisse

Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Fraktion von Sachsen-Anhalt, Stefan Gebhardt, erklärte, wenn nahezu jeden dritten Tag ein rechtsextremer Vorfall gemeldet werde, könne nicht mehr von vereinzelten Ereignissen gesprochen werden.

Die Landesregierung müsse die Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus deutlich ausbauen, Schulen strukturell stärken sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote langfristig absichern. Insbesondere seien mehr Schulsozialarbeit, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte sowie verbindliche Schutz- und Interventionskonzepte für betroffene Schulen erforderlich.

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