USA

Massiver Anstieg antisemitischer Straftaten in New York

Foto: picture alliance / REUTERS

Während die New Yorker Polizei den Jahresbeginn 2026 als außergewöhnlich sicher bewertet, zeigen neue Zahlen eine alarmierende Gegenentwicklung: Antisemitische Hassverbrechen haben in der Metropole im Januar drastisch zugenommen. Nach Angaben des New York Police Department (NYPD) stieg die Zahl der gegen Juden gerichteten Straftaten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 182 Prozent.

Konkret registrierte die Polizei 31 antisemitische Delikte. Im Januar 2025 waren es elf gewesen. Insgesamt ermittelte die für Hasskriminalität zuständige Einheit der NYPD im vergangenen Monat wegen 58 Vorfällen – mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Antisemitische Taten machten über die Hälfte aller erfassten Hassverbrechen aus, obwohl der jüdische Bevölkerungsanteil in New York nur etwa zehn Prozent beträgt.

Der regionale Direktor der Anti-Defamation League (ADL) in New York, Scott Richman, sprach von einer »erschütternden« Entwicklung. Die jüdische Bevölkerung der Stadt sei zunehmend verunsichert. »Von Hakenkreuzen auf einem Spielplatz in Borough Park bis zu einem Autoangriff auf das Chabad-Hauptquartier in Crown Heights: Die jüdische Gemeinschaft in New York lebt derzeit in permanenter Anspannung«, sagte Richman.

Politische Signale

Angesichts der Lage appellierte er an Bürgermeister Zohran Mamdani, rasch politische Signale zu setzen. Insbesondere forderte Richman die schnelle Ernennung einer neuen Leitung für das Bürgermeisteramt zur Bekämpfung des Antisemitismus. Diese müsse sowohl die Vielfalt der jüdischen Gemeinschaft abbilden als auch entschlossen gegen jede Form von Judenhass vorgehen. Mamdani ist seit dem 1. Januar im Amt und hatte zuvor unter anderem einen Rückzug der Stadt aus israelischen Staatsanleihen gefordert sowie erklärt, er würde den israelischen Ministerpräsidenten in New York festnehmen lassen.

Lesen Sie auch

Die antisemitischen Straftaten übertrafen im Januar sämtliche anderen Hassdelikte deutlich. Laut NYPD richteten sich sieben Taten gegen Muslime, jeweils fünf gegen Asiaten sowie aufgrund sexueller Orientierung, drei aus religiösen Motiven, zwei gegen Schwarze und jeweils ein Fall gegen Personen wegen Alters, Herkunft oder Hautfarbe.

Gleichzeitig verweist die Polizei auf eine historisch positive Sicherheitsbilanz. Polizeichefin Jessica Tisch erklärte, der Januar 2026 habe die niedrigsten jemals verzeichneten Werte bei Schusswaffendelikten, Opfern und Tötungsdelikten erreicht. »Unsere Strategie ist einfach: nicht nur entschlossen, sondern intelligent gegen Kriminalität vorzugehen«, sagte Tisch.

Manhattan und Staten Island

Nach Polizeiangaben wurden im Januar 40 Schusswaffen-Vorfälle mit 47 Opfern registriert – weniger als in allen Vergleichsjahren. Die Mordrate sank auf einen neuen Tiefstand, Manhattan und Staten Island blieben den gesamten Monat ohne ein einziges Tötungsdelikt. Auch Ladendiebstähle gingen um 16 Prozent zurück, in Schul-Sicherheitszonen reduzierte sich die Kriminalität um mehr als die Hälfte.

Weniger positiv entwickelte sich hingegen die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen. Mit 167 gemeldeten Fällen lag sie deutlich über den Werten der Vorjahre.

Bericht

Zahl antisemitischer Straftaten in NRW steigt deutlich an

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der antisemitischen Straftaten 2025 auf einen Höchststand gestiegen. So verzeichnete die Statistik zu politisch motivierter Kriminalität 786 Straftaten, die offenbar aus Hass gegen Juden verübt wurden

 13.07.2026

Berlin

Studentenparlament der Humboldt-Universität fordert akademischen Boykott Israels

In einem Antrag wird die Uni aufgefordert, bestehende Kooperationen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu beenden

 13.07.2026

New York

Alan Dershowitz nennt jüdische Mamdani-Wähler »Idioten«

»Mamdani sollte besser Bürgermeister von Teheran sein«, so der jüdische Jura-Professor

 13.07.2026

London

Großbritannien verstärkt Schutz jüdischer Gemeinden mit Millionenprogramm

Der scheidende Premier Keir Starmer sagt, die Maßnahme bedeute einen grundlegenden Ausbau der Polizeipräsenz, damit jüdische Gemeinden ihren Glauben ohne Angst leben und feiern könnten

 13.07.2026

Sarcelles

Terrorermittlungen nach Waffenfund in Pariser Vorstadt

Sarcelles ist bekannt für seine jüdische Gemeinde. Nun wurden dort Waffen in einem Auto entdeckt, unweit einer Synagoge

 13.07.2026

Tel Aviv

Bericht: Nova-Überlebende werden Ziel koordinierter Hasskampagne im Netz

Hinter zahlreichen Beiträgen sollen Netzwerke stehen, die Verbindungen zum iranischen Regime haben

 13.07.2026

Australien

Bericht offenbart massives Ausmaß von Judenhass im Gesundheitswesen

Eine Recherche des »Australian« zeigt ein alarmierendes Muster antisemitischer Vorfälle im australischen Gesundheitssystem auf

 13.07.2026

Nahost

USA weiten Angriffe auf Iran aus – Teheran attackiert US-Stützpunkte

Eine weitere Welle von Angriffen gegen Dutzende Ziele sei durchgeführt worden, heißt es vom Zentralkommando der US-Streitkräfte

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026