Mannheim

»Babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten«: SPD-Politikerin tritt nach antisemitischen Facebook-Kommentaren zurück

Wahlplakat der SPD in Baden-Württemberg Foto: picture alliance / ROPI

Eine Lokalpolitikerin der SPD im baden-württembergischen Mannheim ist nach antisemitischen Äußerungen in sozialen Netzwerken von ihren Parteiämtern zurückgetreten. Die »Welt« berichtete.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Melek Hirvali Cizer, die bislang im Vorstand des SPD-Ortsvereins Mannheim-Feudenheim aktiv war und dem Bezirksbeirat des Stadtteils angehörte. In einem Facebook-Beitrag verbreitete sie dem Bericht nach Verschwörungsmythen über Israel und Juden.

So schrieb sie unter anderem, Israel verfüge über »das größte Reservoir für Ersatzorgane« und züchte »babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten«. In einem weiteren Beitrag stellte sie die Frage »Was ist Israel?« und behauptete, die militärischen Angriffe der USA und Israels auf das iranische Regime hätten zu Flüchtlingsbewegungen nach Europa geführt.

Lesen Sie auch

Die Aussagen lösten innerhalb ihrer eigenen Partei deutliche Kritik aus. Der Mannheimer SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Fulst-Blei erklärte laut »Welt«, die Beiträge seien »über jedes Maß« und »völlig inakzeptabel«. Sie hätten nichts mehr mit legitimer Kritik an der israelischen Regierung zu tun.

Nach einem Gespräch habe Cizer ihre Ämter niedergelegt. Den Rücktritt aus dem Bezirksbeirat habe sie dem Mannheimer Oberbürgermeister per E-Mail mitgeteilt.

Ob weitere parteiinterne Schritte folgen, ist noch offen. Der Kreisvorstand der SPD in Mannheim will sich dem Bericht zufolge in den kommenden Tagen erneut mit dem Fall befassen. Ein Parteiausschluss gilt dabei als mögliche Konsequenz. Cizer selbst äußerte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu den Vorwürfen.

Heute finden in Baden-Württemberg Landtagswahlen statt. Etwa 7,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Die CDU und die Grünen liefern sich letzten Umfragen zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit jeweils 28 Prozent. Die SPD lag bei acht, die bereits in fünf Bundesländern als rechtsextremistisch eingestufte AfD bei 18 Prozent. Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. im

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert