Frankfurt am Main

Linksjugend Frankfurt löscht antisemitischen Post

Palästinensische Flaggen werden während einer israelfeindlichen Demonstration mit einer Fahne der Linksjugend zusammen hochgehalten. Foto: picture alliance/dpa

Die Linksjugend Frankfurt hat auf ihrem X-Konto »@solid_ffm« einen antisemitischen Eintrag gelöscht, der bei Lesern für Entsetzen gesorgt hatte. Der lokale Ableger der Jugendorganisation der Partei »Die Linke« distanzierte sich anschließend von dem eigenen Post.

Einen Artikel der Jüdischen Allgemeinen über den Rauswurf einer jüdischen Jugendgruppe aus einem Flugzeug der spanischen Gesellschaft Vueling in Valencia war auf dem X-Konto geteilt worden – mit diesem Zusatz: »Wir müssen leider enttäuschen: Der Rauswurf fand nicht statt während das Flugzeug in der Luft war.«

Der Eintrag wurde gelöscht. Am Donnerstag veröffentlichte die Jugendorganisation stattdessen eine Erklärung: »Wir haben mehrere Anfragen und legitime Kritik zu den Tweets erhalten, die auf unserem Account in den letzten Tagen veröffentlicht wurden. Die Posts der jeweiligen Autorin haben wir gelöscht.« Unklar ist, ob die anderen erwähnten Tweets ebenfalls aus antisemitischen Aussagen bestanden.

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Eine Entschuldigung folgte: »Nicht, um deren Existenz zu vertuschen oder zu leugnen, sondern um nicht noch weitere Menschen mit den getroffenen Aussagen zu verletzen. In diesem Sinne möchten wir uns bei allen herzlich entschuldigen, die von den Posts auf diesem Account verletzt waren und sind.«

In der vergangenen Nacht, kurz nach Mitternacht, veröffentlichte die Frankfurter Linksjugend eine weitere Erklärung: Vor einigen Tagen seien »auf unserem X-Account antisemitische und menschenverachtende Tweets verfasst« worden. Diese widersprächen »den Grundsätzen unserer Politik«. Die Posts seien »von einer Einzelperson verfasst« worden.

»Wir haben die Posts sofort nach Bekanntwerden gelöscht«, so die »Basisgruppe« der lokalen Organisation. »Die Autorin wurde im selben Zuge dem Zugang des Accounts enthoben und von der Basisgruppe suspendiert. Inzwischen ist sie kein Mitglied der linksjugend Frankfurt mehr. Sie war nie Mitglied in der Partei Die Linke.«

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Zudem hieß es, die Aufarbeitung sei nicht vorbei. »Wir überarbeiten derzeit unser Social Media Konzept, um einen solchen Missbrauch durch Alleinhandelnde künftig gar nicht erst möglich zu machen.« Man trete »fest entschlossen gegen jeden Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens« ein.

Leser der Erklärung quittierten sie mit kritischen Kommentaren:
»Eine Untersuchung der zutiefst antisemitischen Partei @dieLinke, die ihren Antisemitismusbeauftragten rauswirft, deren Mitglieder Angriffe auf #Israel feiern (Acar) (...), muss durch das @BfV_Bund erfolgen!«, schrieb ein X-User.

Ein anderer Leser reagierte folgendermaßen: »Wenn ihr auch nur einen Funken Respekt vor diesem Land hättet, dann würdet ihr sofort den Staatsschutz einschalten und sämtliche Daten und Beweise weitergeben.«
Rechtliche Konsequenzen wurden der Linksjugend zudem angedroht: »Ihr könnt aufarbeiten und uns vorlügen was ihr wollt. Das hier hat rechtliche Konsequenzen. Entweder ihr stellt selbst einen Strafantrag gegen die beteiligten Person(en) oder andere übernehmen das für euch, Punkt.« im

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