Meinung

Linksherum und rechtsherum

Antisemitismus in deutschen Parteien? Gibt’s nicht! Außer in der Linkspartei. So liest es sich gegenwärtig überall, und – zugegeben – die Linke bemüht sich redlich, diese These zu erhärten. Da tut es not, daran zu erinnern, dass Judenhass auch aufseiten der politischen Rechten existiert. Ja noch mehr: Antisemitismus ist kein Rechts-Links-Problem, sondern findet sich überall.

Den Grund für die Erinnerung liefert die hessische CDU: Man müsse »das ungeklärte Verhältnis der Linkspartei zum Antisemitismus klären«, sagte jüngst Franz Josef Jung, stellvertretender Landeschef der Partei. Von dem »Verhältnis« der hessischen CDU sprach er nicht. Dabei hat die sich vor Jahren mit angeblichen »jüdischen Vermächtnissen« eine Parteispendenaffäre besonders ekelhafter Art geleistet.

Haudegen Damals verantwortlicher Generalsekretär war Franz Josef Jung. Und der hessische CDU-Abgeordnete Peter Tauber, der auf seiner Website Dossiers über die hessischen Linke-Abgeordneten bereitstellt, hat erst vor einem Jahr in der rechtsextremen Zeitung »Junge Freiheit« als sein politisches Vorbild Alfred Dregger benannt – jenen CDU-Haudegen, der den Stolz auf seinen Bruder, der noch am 8. Mai 1945 gegen die Rote Armee gekämpft hatte, zum politischen Programm erhob.

Antisemitismus in der Linkspartei ist schlimm. Genau so schlimm wie der in der hessischen CDU. Und es ist leider ein Erfahrungswert, dass über andere Parteien auch zu berichten ist.

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