Meinung

Linksherum und rechtsherum

Antisemitismus in deutschen Parteien? Gibt’s nicht! Außer in der Linkspartei. So liest es sich gegenwärtig überall, und – zugegeben – die Linke bemüht sich redlich, diese These zu erhärten. Da tut es not, daran zu erinnern, dass Judenhass auch aufseiten der politischen Rechten existiert. Ja noch mehr: Antisemitismus ist kein Rechts-Links-Problem, sondern findet sich überall.

Den Grund für die Erinnerung liefert die hessische CDU: Man müsse »das ungeklärte Verhältnis der Linkspartei zum Antisemitismus klären«, sagte jüngst Franz Josef Jung, stellvertretender Landeschef der Partei. Von dem »Verhältnis« der hessischen CDU sprach er nicht. Dabei hat die sich vor Jahren mit angeblichen »jüdischen Vermächtnissen« eine Parteispendenaffäre besonders ekelhafter Art geleistet.

Haudegen Damals verantwortlicher Generalsekretär war Franz Josef Jung. Und der hessische CDU-Abgeordnete Peter Tauber, der auf seiner Website Dossiers über die hessischen Linke-Abgeordneten bereitstellt, hat erst vor einem Jahr in der rechtsextremen Zeitung »Junge Freiheit« als sein politisches Vorbild Alfred Dregger benannt – jenen CDU-Haudegen, der den Stolz auf seinen Bruder, der noch am 8. Mai 1945 gegen die Rote Armee gekämpft hatte, zum politischen Programm erhob.

Antisemitismus in der Linkspartei ist schlimm. Genau so schlimm wie der in der hessischen CDU. Und es ist leider ein Erfahrungswert, dass über andere Parteien auch zu berichten ist.

Debatte

Berliner CDU bietet Sondierungen an: Grüne und SPD lehnen ab

Die Hintergründe

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026